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ralf-fennig

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1

Freitag, 6. Juni 2014, 23:23

"Gewalt"?

Wenn ich behaupte:
-für Christen ist Notwehr erlaubt.
-NOTHILFE kann für Christen sogar Pflicht sein
-es besteht kein Grund für Christen ALLGEMEIN den Polizei- oder Militärdienst zu verweigern.
Liege ich dann richtig?
Zur Begriffsklärung:
"Notwehr" bedeutet das Maß an Gewalt anzuwenden das erforderlich ist einen Angriff gegen die eigene Person abzuwehren. Vielleicht auch einen Einbrecher oder Angreifer zu verjagen (oder gewaltsam festzuhalten).
"Nothilfe" bedeutet das man sieht wie jemand angegriffen wird - und man dem "Opfer" des Angriffs zur Hilfe kommt ("emotionalstes Beispiel" ist die versuchte Vergewaltigung die man hört/sieht und ggf. verhindern könnte).

Die weiterführende Frage wäre dann wie das richtige Verhalten in einem gottlosen Staat / einer gottlosen Gesellschaft ist - und wie weit Hilfe für Opfer eines solchen Systems gehen darf.

Das sind Fragen die mich immer wieder umtreiben. Meine Natur ist "trotzig allen Widrigkeiten im Weg stehen zu wollen".
Und wer mich kennt weiß das ich auch mit Worten zu kämpfen in der Lage bin. Ob es noch mit Fäusten geht weiß ich nicht, das letzte Mal ist 20 Jahre her.

2

Samstag, 7. Juni 2014, 19:01

Es sollte mal jemand wagen, meine Kinder/Enkelkinder/Ehefrau anzutasten!
Der/die würden sehen wozu auch Christen in der Lage sind! :thumbup:

ralf-fennig

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3

Samstag, 7. Juni 2014, 20:18

So geht es mir auch. Es gibt Fälle, wenn ich mir die vorstelle - dann weiß ich das ich auch zu einem "Notwehrexzess" fähig wäre. Das ich sogar das Motiv "Rache" verstehen kann - selbst wenn es MIR als Christ / Privatperson nicht zusteht. Strafe ist Sache des Staates (oder bei Kindern der Eltern), Rache ist Sache Gottes.
Aber ich frage mich was "richtig" ist.

Beispiel:
Bis vor einigen Monaten (dann hat man ihn ENDLICH gefasst) gab es den sogenannten "Maskenmann" der Kinder aus Schullandheimen und auch von Zeltplätzen weg entführt hat - einige davon wurden von ihm ermordet. Meistens hier bei "uns" im Nordwesten.
Das machte mir wirklich Angst, es war immer eine gewisse Unsicherheit da das auf einem Lager etwas passieren könnte.
Wenn ich solch eine "schwarze Gestalt" erwischt hätte wäre ich kein Risiko eingegangen. Ich hätte es darauf angesetzt ihm mit dem Baseballschläger den Schädel einzuschlagen bevor er mich oder einen der Jungs hätte angreifen können. Vielleicht hätte ich ihm auch ein Messer in die Nieren gerammt.
Damit hätte ich von vornherein riskiert jemanden zu töten.
Schwierige Sache. Glücklicherweise ist DIESER Täter endlich sicher weggesperrt.

Benennungsloser

unregistriert

4

Samstag, 7. Juni 2014, 20:31

" ... haltet Frieden mit jedermann, wenn möglich..."

Wenn möglich.
Wie also bei dem Zusammentreffen mit einem auf " Beute" suchenden Mörder?

Gott der Herr lässt vieles geschehen, in so einem Fall vielleicht auch, dass der Mörder gefasst wird, auch mit harten Mitteln. Wenn ich gezielt auf Ausschaltung aus agieren müßte, dann nur im unmittelbaren Notfall als unmittelbarer Schutz der eigenen Person und der anderer, Schwächerer. Und zusammen mit Stoßgebet! Kalte Rache ist so ein Ding für sich.......
Im Affekt wird sicher auch bei Gott Gnade sein, nicht ohne Schuldbuße, aber ....
es gibt aber andere Fälle, wo man sich dem Tod stellen muß, dem eigenen und dem der Nächsten, da ist kein Platz mehr für gegenwehr etc., denke da an die " Hinrichtungsspiele" zwischen Tieren und Christen in den römischen Arenen. Aber da hat Gottes Geist geholfen im Ausharren. ER ist immer bei uns, auch in solchen Momenten.

5

Samstag, 7. Juni 2014, 21:56

@Benennungsloser: Da schließe ich mich deinen Ausführungen an.

"Die Rache ist mein, spricht der HERR" - und meint das auch so.

Menschlich sind solche Gefühle absolut verständlich aber wer im Geist Gottes ist, muss andere Prioritäten setzen - auch über das menschliche Gefühl hinaus. Auch DAS ist ein Lernprozess, den wir einüben sollen, nämlich, unser Fleisch zu überwinden.

Notwehr in konkreter Situation - um anderen zur Hilfe zu kommen - ist und muss etwas anderes sein, als Selbtjustiz mit Rache im Herzen. Denn es gilt, wirklich zu vertrauen, dass ALLES - wirklich ALLES - an Gott vorbei muss und in SEINER Hand ist. ER führt das Regiment. Wenn ich aus Rache mich hinreissen lasse, nehme ich dem HERRN das Regiment aus der Hand und spreche IHM damit auch mein Mißtrauen zu Seiner Führung aus.

Und welcher Mensch will denn wissen können, WAS der HERR mit bestimmten Situationen bezwecken will? ER denkt und handelt anders, als wir Menschen - steht schon im AT.

Gott denkt und handelt im Ewigkeitssinn - wir nur in dem kleinen, begrenzten Erdendenken....

Das sind meine Ansichten und Überzeugungen dazu. Und natürlich würde ich meine Kinder und Enkel auch verteidigen, wenn es "brenzlich" wäre. Aber das hat nichts mit dem Eingangspost zu tun, meine ich.

:tassekaffee:
Phil. 1,6:
...der in uns angefangen hat das gute Werk, wird es auch vollenden bis an den Tag Christi.
Nietzsche: "Gott ist tot".
Gott: "Nietzsche ist tot!"


Benennungsloser

unregistriert

6

Sonntag, 8. Juni 2014, 16:35

Da möchte ich noch ergänzen, wo ich so die Anfangssätze von Ralf und das posting von Robins noch einmal lese, und zwar, dass ich/ wir von vornherein aus sind, eventuellem Unheil hauptsächlich der Kinder wegen, aus dem Weg zu gehen. Wie das? Umgang sortieren, Elternhäuser/ Lehrer/ Erzieher etc. genau beobachten und hinterfragen, prüfen. Sicher reicht das nicht aus, aber dem Leichtsinn geht man damit aus dem Weg. dazu gehört auch das Verbot, bei anderen( Kindern) zu übernachten, also jegliches " Auswärts übernachten" in einem gewissen Alter zu unterbinden. Nur so ein beispiel, das wir auch in der Schule durchgesetzt haben( bei mehrtägigen Klassenfahrten).

7

Montag, 9. Juni 2014, 14:08

Wenn ich behaupte:
-für Christen ist Notwehr erlaubt.
-NOTHILFE kann für Christen sogar Pflicht sein
-es besteht kein Grund für Christen ALLGEMEIN den Polizei- oder Militärdienst zu verweigern.
Liege ich dann richtig? ...

Also ich sehe keinen Grund, der Christen verbietet ihr oder das Leben anderer gegen Angriffe zu verteidigen. Manches ist ja vom Staat erlaubt und Christen würden von manchem Recht keinen Gebrauch machen – oder Manches wird gefordert und Christen können hier nur ungehorsam sein …

„Unterlassene Hilfeleistung“ (also in Bezug auf den Schwächeren, den es zu schützen gilt) ist ein Ding, das durchaus vom Staat geahndet wird. Dazu gibt es Gesetze.
Der Gedanke „Notwehr“ ist auch im bürgerlichen Gesetz vorhanden und das als Maßnahme, weil die staatliche Gewalt mitunter nicht schnell genug da sein kann um zu verhindern.
Hier spielt die Wahl der Mittel eine große Rolle. Da geht es um „Verhältnismäßigkeit“. Also jemanden abstechen, weil der einem vor das „Schienbein treten will“ …
Die erste Option in solchen Fällen ist sicherlich nicht das Töten des Gegners …
In vielen Filmen und PC-spielen scheint es hingegen kaum eine Alternative zu geben, so übt man auch Denken ein ….


Wieso, Ralf, muss bei der Option: Baseballschläger verwenden – immer „Schädel einschlagen“ also Tod des Angreifers assoziiert werden? Es gibt doch so viel dazwischen …. Zumal wir uns ja Gedanken dazu machen "im Vorfeld" - also der Fall ist noch nicht eingetreten ... In der konkreten Situation sieht dann Manches wieder ganz anders aus,weil dir dann u. a. auch die Zeit für langes Nachdenken nicht mehr bleibt ...

Was Polizei- oder Militärdienst angeht, sehe ich auch keine Handhabe, die besagt: Christen dürften nicht ….
Ja, es gibt unterschiedliche Positionen dazu …
Eines ist mir nach wie vor suspekt: Gottes Mittel ist auch die staatliche Obrigkeit (Römerbrief) und dennoch gibt es Christen, die dieses Mittel zutiefst ablehnen …

Sollte man als Christ freiwillig Polizist oder Soldat werden?
Also ich kann hier für mich kein klares „Ja!“ oder „Nein!“ für alle finden. Für mich spielt hier der Gedanke des „verpflichtenden Gehorsams“ eine große Rolle. Die Freiheit eigener Entscheidung ist hier sehr eingeschränkt und ich denke, dass man sich bewusst machen muss, dass die Befehlshaber eben in der Regel keine Gläubigen sind. Die Gefahr in einem unerträglichen Joch mit Ungläubigen geknechtet zu werden, ist hoch. Sollte ein Christ sich dieser Beschränkung freiwillig aussetzen? Ich neige zu nein – bin da aber nach Jahrzehnten immer noch nicht gänzlich zu einem befriedigenden Schluss gekommen.

„Polizist“ oder „Soldat“ sehe ich auch rein arbeitsrechtlich nicht als vergleichbar mit anderen Berufen – ähnlich wäre vielleicht noch: „Beamter“.

ralf-fennig

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8

Montag, 9. Juni 2014, 22:19

naja, @Benennungsloser
Man kann und soll und darf Kinder nicht vor allen Gefahren bewahren. Nicht nur Christen sondern auch ihre Kinder sind in die Welt gestellt.
Wir sollen zusehen das sie wissen was richtig ist und was falsch ist - und das sie im Rahmen dessen, was sie können, mit diesem Wissen auch umgehen können.

Man sollte sich natürlich anschauen wo Kinder ihre Zeit verbringen und mit wem. Aber ihnen z.B. generell zu verbieten mehrtägige Veranstaltungen mitzumachen halte ich für falsch.

Anna, ja - Du gibst mit dem, was Du schreibst, ziemlich genau wieder was auch ich momentan darüber denke.
Aber gerade bei der "Notwehr" (also der Selbstverteidigung) stolpere ich dann manchmal über der Bergpredigt und ihren Maßstäben.

9

Dienstag, 10. Juni 2014, 00:00

Man kann und soll und darf Kinder nicht vor allen Gefahren bewahren. Nicht nur Christen sondern auch ihre Kinder sind in die Welt gestellt.
Wir sollen zusehen das sie wissen was richtig ist und was falsch ist - und das sie im Rahmen dessen, was sie können, mit diesem Wissen auch umgehen können.

Man sollte sich natürlich anschauen wo Kinder ihre Zeit verbringen und mit wem. Aber ihnen z.B. generell zu verbieten mehrtägige Veranstaltungen mitzumachen halte ich für falsch.

Generell wird nicht möglich sein … es sei denn man wandert aus oder favorisiert „Hausunterricht“ mit all den Repressalien, die dann lauern ….
Fakt ist aber, dass ein Kind die Festigkeit um in dieser bösen Welt zu bestehen (und das würde nicht nur für gläubige, sondern auch für ungläubige Kinder gelten), irgendwo her bekommen muss. Stabilität gibt es nicht von Geburt an automatisch …
Hier gehört Schutz her, der natürlich von den Eltern zuerst abgesichert sein sollte …
Das Schlimmste was man einem Kind antun kann, ist es allein zu lassen und ihm nur die Handreichung: Schütze dich selbst! zu vermitteln.
Es wäre demnach weniger die Frage: Generell verbieten?- als eher die Frage: Wann ist die Zeit reif für eine eigene Entscheidung?

Also Übernachtungen im Kindergartenalter? Übernachtungen in der Grundschule als „Leseabend“? (Kenne ich als Leseabend mit "Gruselliteratur“)
Hier gab es bei uns immer ein: „Nein!“ – aber die Freiheit hatten wir auch.
Ab der 5. Klasse bemerkten wir bspw. eine gewisse Festigkeit …. Also gewährt, mit einigen Vorsichtsmaßnahmen: soll heißen, das Verbot technischer Geräte haben wir nicht unterstützt und da kam uns der Gesetzgeber sehr gelegen … (Also unsere Kinder mit – damals noch – MP3-playern mit Batterie ausgerüstet, bestückt mit leicht verständlichen und bekannten Predigten zur Macht Gottes …)

Schüleraustauschprogramme in andere Länder sind bei uns z. B. immer noch ein Tabu ….
Es wäre aus meiner Sicht nicht zu verantworten … du weißt einfach nicht in welches Familienumfeld deine Kinder über längere Zeit kommen … (denke nur an den Genderwahnsinn oder an ….) Erfahrungen Anderer der gleichen Schule haben uns hier immer wieder bestärkt.

Fazit: So einfach und kurz lässt sich die Sache nicht abhandeln und das Argument der „Gluckeneltern“, das gerade von der Welt ins Feld geführt wird – ist diesbezüglich das Dämlichste, was es gibt. Wer so argumentiert hat zumeist andere Ziele. Es geht nicht um den verschwindend kleinen Teil derer, die durch unverantwortliche Abschottung untauglich werden mit ihrer Umwelt zu interagieren.
Schau dir wirklich mal die Geschichten der Kinder an, die Medikamente brauchen, weil sie Syndrom A, B, C haben … zumeist wirst du auf
verunsicherte Kinder treffen, die sich höchst aggressiv, leicht ablenkbar … gebärden – aber innerlich …. Und das sind dann solche, die von klein auf immer hier und da … und keine Stabilität …… Letzteres ist durchgängig meine Erfahrung.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Anna« (10. Juni 2014, 00:06)


Benennungsloser

unregistriert

10

Dienstag, 10. Juni 2014, 09:55

Ich stimme Dir, Anna, voll zu.

An Ralf meine Frage: Hast Du eigene Kinder?

Benennungsloser

unregistriert

11

Dienstag, 10. Juni 2014, 10:02

Ups, da fällt mir noch eine Sache ein, und zwar folgende:

Meine Frau regte sich immer über solche Begebenheiten auf wie z.B. wenn Junge Mädchen/Frauen, kinderlos, bei den Zeugenübungen auf der Bühne(" theokr.Predigtdienstschule" etc. ...) über Kindererziehung schwadronierten, einfach nur unnütz und lächerlich, weil völlig am Leben vorbei, nur Gelesenes!
Das hat jetzt nicht unbedingt nur mit den ZJ zu tun, sondern beobachtet man leider auch überall und oft.

ralf-fennig

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12

Dienstag, 10. Juni 2014, 19:01

Ich hatte und habe hunderte von Kindern.
Sowohl welche mit "Gluckeneltern" (die gibt es wirklich) als auch welche mit Eltern, denen alles egal ist (gibt es leider auch).

Ganz fernab von allem Bücherwissen und aller Theorie - wo mir Eltern sagen "nein, mein Sohn darf nicht mehr zu den Pfadfindern weil er mit seinen guten Schuhen dort in eine Schlammpfütze getreten ist!" oder wenn mir Kinder von ZJ sagen "vom Kuchen mit nach Hause nehmen darf ich nicht - weil wir ZJ sind und Geburtstagskuchen böse ist". Dann ist das in meinen Augen nicht gut. Sicher das "Recht" der Eltern - aber nicht gut.
Und genauso mies finde ich es wenn mir Eltern schon von einjährigen Kindern sagen ihre Kinder sollten "sozialisiert" werden und deshalb sollen sie mit "Gleichaltrigen" spielen und man wolle ja keine Gluckeneltern sein.

Ganz neutral gesagt:
Während in unserer Gesellschaft hunderttausende Kinder vor der Geburt ermordet werden - sind die letzten Kinder oft Einzelkinder die sich mit der ganzen Fürsorge und "Erstlings-Erziehungskunst" ihrer Eltern herumschlagen müssen. Bei den Säuglingen wird jedes Wimmern in der Nacht zum häuslichen Notstand erklärt - und Kinder, die mit den anderen Dorfkindern einen Ferientag lang herumstreunen, lösen einen Großeinsatz aus wenn sie sich nicht jede halbe Stunde pünktlich zuhaus melden.
Unsere Groß- und Urgroßeltern wären wahnsinnig geworden (und mit ihnen jede Generation davor) wenn sie jedem Kind dieses Maß an "Beaufsichtigung" zugeteilt hätten.
Und dennoch gibt es in dieser Be-fürsorgten Generation nicht mehr geradlinige, überzeugte Christen als in vergangenen Jahrhunderten.

ralf-fennig

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13

Dienstag, 10. Juni 2014, 19:16

P.S.:
Das Meiste, was ich in der Kindererziehung an "unnützem Zeug" kenne, ist die Vorstellung in der Erziehung immer "straight" ein Konzept zu fahren. Es wird meist übersehen das Familienmitglieder und Familienleben etwas lebendiges ist. Etwas, das man nicht nach Formeln organisieren kann.

Was mich angeht:
Ich weiß was ich in der Pfadfinderei gelernt habe. Auch mit Übernachtungen - sogar in einem Verband in den ich eigene Kinder nie schicken würde. Der VCP, speziell in dieser Region, war als ich eintrat noch ein Chaotenhaufen. Voller "Solidarität mit Nicaragua" und von Urgrünen durchsifft. Mit allen Nachteilen die das haben konnte, denen ich allerdings zum Glück nicht zum Opfer fiel. Denn zum Glück ist mein Stamm immer etwas konservativer und etwas gesetzter gewesen.
Ich kann durchaus empfehlen sich anzuschauen wem man seine Kinder anvertraut - und auch zu schauen wie die "Partnergruppen" ausschauen. Aber Jeder, der noch nie mit den Widrigkeiten auf Fahrt und Lager kämpfen musste - der noch nie wirklich hungrig oder müde auf der Suche nach einem Schlafplatz war oder was immer einem auf Fahrt und Lager begegnet - der tut mir leid.
Und Erziehung, die diese Erfahrungen verhindert, finde ich nicht gut.

Ich glaube nicht und denke nicht das ich Euch damit anspreche. Aber das war es was ich eigentlich sagen wollte. Und was ich meine.
Übrigens habe ich in diesem versifften Bezirk auch gelernt (mit ein wenig Rückendeckung aus dem Stamm) allein gegen eine ganze Versammlung zu stehen und meine Meinung zu sagen. Heute weiß ich warum Gott mich durch diese Zeit in diesem Verein geführt hat.

Benennungsloser

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14

Dienstag, 10. Juni 2014, 19:33

Nunja, Ralf, eigene Kinder sind was völlig anderes als Pfadfinderkinder. Einem Klassenlehrer der untersten Schulstufe mögen die einzelnen Kinder manchmal, oft sehr viel bedeuten. aber den ( sozial und geistig gesunden) Eltern ganz viel mehr und völlig anders geartet.
Soviel zu deinem vorletzten Beitrag.
Ob ein Kind unbedingt zehrende Erfahrungen allein, fernab von den eigenen Eltern, erleben muß, um später im Leben irgend wie gefestigter zu stehen, mag ich sehr bezweifeln, schon erst recht unter uns Christen.
Nimms nicht so übel, nur meine Meinung, die eines Vaters von nun (insgs.) 8 Kindern.
:tassekaffee:

ralf-fennig

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15

Dienstag, 10. Juni 2014, 20:07

Man braucht zwei Dinge um Muskeln aufzubauen (das gilt in ALLEN Bereichen):
Gute Nahrung - und gute Anstrengung.
Wer nur immer am Futtertrog sitzt wird fett, ungelenkig und krank.
Wer nur die Anstrengung bekommt - der ist irgendwann ausgezehrt und stirbt.

Das ist Lebenserfahrung ganz unabhängig von Erziehung - aber auch in der Erziehung gültig.

16

Dienstag, 10. Juni 2014, 21:33

Nicht überall ist eine erziehende „Vaterfigur“ gegeben. Hier haben durchaus Erzieher, auch wenn sie selbst nicht die leiblichen Väter sind – eine ganz große Bedeutung.

Wir sind doch im Thema: „Leben als Christ“.
Wir wissen doch, dass der irdische Vater ein Abbild sein soll auf den, der viel Größer ist …

Was wäre dann die größte Katastrophe?
Wenn der irdische Vater (oder eben die Person, die diesen repräsentieren muss) den Blick auf den viel Größeren verdunkelt oder gar ins Gegenteil kehrt.
Biblischer Glaube hat viel mit Vertrauen zu tun.
Das Kultivieren von Misstrauen wäre eine Katastrophe. Das Kultivieren von Belügen und Betrügen wäre eine Katastrophe. So könnte man fortsetzen …
Biblischer Glaube hat es mit einem zuverlässigen Retter zu tun.
„Im Stich gelassen werden“ wäre eine Katastrophe. „Sich selbst retten zu müssen“ wäre eine Katastrophe….
Dann haben wir den zwischenmenschlichen Bereich. Wir kennen alle die „Sache“ mit dem unbarmherzigen Knecht …

Man kann viel Zeit damit zubringen die Familiensituation und Entscheidungen anderer zu beäugen. Man kann viel Zeit damit verbringen sich über die Weichlichkeit und zunehmende Aggressivität auszulassen …
All das ist nicht halb so fruchtbringend als ein ausgiebiges Studium der Tugenden Gottes, die wir letztlich durch Wort und Tat verkünden sollen und möchten.
Damit möchte ich keiner Methodengläubigkeit Vorschub leisten – wir wissen als Christen, dass …

Vom „Original“ lernen ist das Beste um zu bestehen. Da kann man getrost weltliche Erziehungsratgeber in den Wind schlagen. Der verlorene Sohn kam nicht zurück, weil er irgendwie Festigkeit lernte unter den Schweinen. Er kam zurück, weil er sich an etwas erinnerte. Der Vater hat ihn nicht zurückgeschickt, damit er jetzt mal so ordentlich begreift, wie er jetzt sich selbst durchwursteln soll ….

Lasst uns am Original bleiben!
Damit möchte ich für mich diesen Abstecher hier abschließen.

17

Dienstag, 10. Juni 2014, 22:22

Aber gerade bei der "Notwehr" (also der Selbstverteidigung) stolpere ich dann manchmal über der Bergpredigt und ihren Maßstäben.
Eigentlich weiß ich nicht mit Sicherheit worauf du anspielst …
Aber im Verlauf spielen Motive eine Rolle …

Vielleicht kann man so aufknoten:
Ist die Tat gut oder böse?
Dem zu helfen, der sich selbst nicht helfen kann, der Hilfe braucht – dem Schwachen beizustehen, ist doch eine gute Tat.


Was jetzt wenn die Motive nicht mitspielen?
Da will ich vielleicht Anerkennung, mich selbst etwas mächtig präsentieren ….
Da kenne ich vielleicht den Angreifer und der war mir schon lange ein Dorn im Auge, jetzt kann ich es ihm unter dem Denkmantel der Hilfeleistung so richtig zeigen ….

Eigentlich denke ich, dass das dies das ganz normale „Dilemma“ eines Christen ist. Du versuchst dich zügeln, aber gänzlich ausrotten kannst du es nicht ... Wenn dir keine Zeit bleibt, dann kommen die Vorwürfe hinterher ...

Je intensiver dich das Wort Gottes prägt, desto feinfühliger wirst du dich selbst analysieren können und müssen und gezwungen sein, es zu tun …

Nur mir will nicht in den Kopf, dass dieses „Dilemma“ tatsächlich auf einen ähnlich gelagerten Fall hinausläuft:
Der Fall ist so drastisch, weil hier gar keine Straftat mehr verhindert werden konnte, weil bereits geschehen … Eigentlich ging es lediglich um ein „Verarzten“ …
Aber da gab es den Pharisäer und den Levit (Lukas 10, 30 ff.) und beide hatten Gründe vorbei zu gehen.

Das ist Horror:
Der Christ, der sich erst selbst bespiegeln muss und wartet bis seine Motive auch gefühlsmäßig irgendwie rein sind, dann kannst du mit ihm als Hilfe rechnen …
Auch in solchen Fällen ist die Lösung das Kreuz! – und nicht meine eigene Befindlichkeit oder Sauberkeit.

Diesen Entschuldigungsgrund kennt meine Bibel nämlich nicht:
Das Gute habe ich unterlassen, weil meine Motive nicht sauber waren und deswegen ist diese Unterlassung keine Sünde.

ralf-fennig

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18

Dienstag, 10. Juni 2014, 23:27

Stimmt - aber der "verlorene Sohn" hatte viel gelernt.
Nicht das ich seine Wege jetzt "gut" reden will, waren sie nicht. Er ist ganz tief im Dreck gelandet und zwischen den Schweinen hat er dann erst gemerkt wo er war. Er hat gelernt was er an seinem Vater hatte - etwas, das der andere Sohn (zumindest bis dahin) nie verstanden hat.
Nichts gegen den "braven" Sohn - auch nichts für den Lebensstil des verlorenen Sohnes (viele solcher Söhne finden nie zurück).
Ich würde nie sagen wollen das man seine Söhne zu den Schweinen schicken soll.

ralf-fennig

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19

Dienstag, 10. Juni 2014, 23:36

Was die Nothilfe angeht argumentierst Du so wie ich argumentiere wenn ich mit Pfadfindern über "Ritterlichkeit" rede. Das ist mir sehr sympatisch.
In der Bergpredigt stehen Sätze wie "wenn Dich einer auf die eine Backe schlägt dann halte ihm auch die andere hin" o.ä. - das dämpft meinen Elan für Selbstverteidigung etwas.
Sehr sympatisch ist mir ja auch immer Pfarrer Busch, ich weiß nicht ob Du seine Erinnerungen an die Nazizeit kennst? Er schildert wie zu Beginn der Nazizeit die HJ ein schönes Jugendhaus nach dem anderen einfach "eroberte", die rechtmäßigen Nutzer rauswarf und dann als HJ-Heim weiternutzte. Und er schildert die Verteidigung seines Weigle-Hauses in Essen. Mit seinen kräftigen Jugendlichen und mit tatkräftiger Hilfe aus der Bevölkerung (die nicht-braune Bevölkerung) hat er in einer Nacht die örtliche HJ vertrimmt.
Aber dann heißt es weiter das dies nicht der richtige Weg gewesen sei - später sei ein Buch über die Geschichte der französischen Protestanten herausgekommen, die alle Phasen der Christenverfolgung durchgemacht hätten und auch alle Formen der Gegenwehr durchgespielt hätten (er sagt das die Nazi-Zensur zu beschränkt war einzusehen welche Bedeutung auch gerade in dieser Zeit dieses Buch hatte) - und er kommt am Ende seines Berichtes zu dem Schluss das Christen betend durch solche Dinge gehen und nicht kämpfend.
Zumindest im Groben habe ich das hoffentlich richtig wiedergegeben.

Gast

unregistriert

20

Mittwoch, 11. Juni 2014, 00:33

Tatsache ist doch das Christen ohne jede Rücksichtnahme Gewalt
gegen andere Menschen ausüben.

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