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ralf-fennig

Administrator

Beiträge: 2 217

Wohnort: 49424 Goldenstedt

Beruf: Altenpfleger - Frührentner

1

Dienstag, 29. September 2009, 10:44

Elternrecht oder Straftat?

Zitat


Sydney (AP) Weil sie ihre schwer kranke
Tochter nur mit homöopathischen Mitteln behandeln ließen, müssen
australische Eheleute mehrere Jahre ins Gefängnis. Richter Peter
Johnson erklärte, er sehe eine «große Kluft» zwischen dem Handeln des
verurteilten Paars und dem, was vernünftige Eltern getan hätten. Dem
von Johnson festgesetzten Strafmaß zufolge muss der 42-jährige Vater
für mindestens sechs, die 37-jährige Mutter für mindestens vier Jahre
ins Gefängnis. Das Ehepaar war bereits im Juni wegen Totschlages
verurteilt worden. Diesen Artikel weiter lesen
Die
Tochter der beiden hatte im Alter von vier Monaten großflächige
Hautausschläge bekommen. Obwohl sich ihr Zustand zunehmend
verschlechterte, weigerte sich der Vater - ein Universitätsdozent für
Homöopathie - schulmedizinische Methoden anzuwenden. Das Mädchen starb
schließlich mit neun Monaten an Unterernährung und einer
Blutvergiftung. Erst drei Tage zuvor hatten die Eltern es in ein
Krankenhaus eingewiesen. Quelle: www.yahoo.de

Wie bewertet Ihr diesen Fall?

Der Vater war Universitätsdozent für Homöopatie an einer Universität (ich glaube nicht an Homöopatie - aber er muss es dann ja wohl) und wahrscheinlich davon überzeugt das sein Handeln das einzig richtige ist. Ich gehe also davon aus das er nicht gehandelt hat um seiner Tochter zu schaden - im Gegenteil.

Auf der anderen Seite steht das Wohl der Tochter, die objektiv betrachtet wohl hätte gerettet werden können wenn sich Schulmediziner mit einer konservativen Behandlung um sie gekümmert hätten.

Juristisch ist die Sache nach australischem Recht nun geklärt. Aber wie schaut es moralisch-ethisch aus?

Hatten die Eltern das Recht diese Entscheidung, nach ihrem besten Wissen und Gewissen, zu treffen - oder haben sie Unrecht getan weil sie (obwohl selbst vermeintlich "Fachleute") nicht auf klassische Mediziner gehört haben?

Sanftwut

Fortgeschrittener

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2

Dienstag, 29. September 2009, 10:54

Dieser Vater hat sein Kind auf dem Altar seiner Homöopathie-Gläubigkeit geopfert. Die Strafe ist berechtigt.

Gruß Sanftwut
Gott aber ist mächtig, jede Gnade gegen euch überströmen zu lassen, auf daß ihr in allem, allezeit alle Genüge habend, überströmend seid zu jedem guten Werk. 2. Kor. 9,8

liam

unregistriert

3

Dienstag, 29. September 2009, 11:22

Für mich gibt es da eigentlich keine Zweifel. Wer "zum Wohle des Kindes" handelt, hat dafür zu sorgen, dass alle oder doch möglichst viele Heilungsmöglichkeiten genutzt werden. Diese Leute müssen blind / verblendet (gewesen) sein, den Zustand ihrer Tochter sich so weit verschlechtern zu lassen. Ob der Knast was daran ändert, kann man sehen, wie man will, aber die Strafe halte ich für völlig berechtigt.

Heike

Administrator

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Beruf: Mama, Hausfrau, kollektiver Familienkalender, Sekretärin, Gartenhauptbearbeiter, Katzenbändigerin

4

Dienstag, 29. September 2009, 11:45

hi,



ich könnte mein kind niemals so sehr leiden lassen, wie diese eltern es offensichtlich getan haben.



gruß



heike
GOTT kommt nicht, wenn wir es möchten, aber ER kommt rechtzeitig.
Tennessee Williams (1914-83)

Discordier

unregistriert

5

Dienstag, 29. September 2009, 16:55

Ich persönlich habe keinerlei Verständnis für das Verhalten der Eltern.
Wenn man daran denkt wasfür "Heilmethoden" bei einigen Leuten im Kopf rumspuken (Homöopathie ist noch harmlos im Vergleich zu einigen anderen Praktiken), sollten die Eltern zu einer parallelen schulmedizinischenBehandlung verpflichtet werden

PastorKlaus

unregistriert

6

Dienstag, 29. September 2009, 19:24

Sehr beachtlich.

Wer sich mit Okkulten oder auch weltlichen Mitteln abgibt, muss auch bereit sein die Konsequenzen zu tragen. Ich finde die Strafe berechtigt. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen das bei dem Homöopatischen Mitteln die Potenzierungen so Hoch sind das man in der Flüssigkeit keinen Wirkstoff mehr nachweisen kann. Es geht hier um Verschüttelung bei bestimmten Mondphasen und Magie.
Shalom Klaus

ralf-fennig

Administrator

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7

Dienstag, 29. September 2009, 21:24

In der Sache - da sind wir uns alle einig. Homöopatie ist Scharlatanerie.
Trotzdem gibt es Ärzte die diesen Quatsch anwenden - und aus einem Nebensatz des Artikels geht hervor das der Vater Dozent an einer Universität war, Dozent für Homöopatie. Das heißt: Vor diesem Vorfall hat er Geld vom Staat dafür bekommen Ärzten zu erzählen was für Vorteile diese Behandlungsmethode hätte. Aus meiner Sicht wurde er staatlicherseits in diesem Irrsinn bestätigt.
Wahrscheinlich habt ihr Recht und jedes Elternrecht hört bei solchen Spielchen mit Leben und Tod auf. Ähnlich denke ich auch bei einigen Irrlehren der Zeugen Jehovas (beispiel: Bluttransfusion).

Meine Frage ist aber auch:
Wo und wie zieht man die Grenze?
Die Extreme wären auf der einen Seite das Eltern alles bestimmen was mit den Kindern, die ihnen anvertraut sind, geschieht.
Das andere Extrem wäre das Eltern gezwungen sind alles so zu tun wie Wissenschaftler verschiedener Disziplinen das für richtig erachten.

Beide Definitionen von Elternrecht behagen mir nicht wirklich. Hier haben jetzt Eltern nach dem ersten Extrem gehandelt und sind gemäß des zweiten Extrems verurteilt worden...

Discordier

unregistriert

8

Dienstag, 29. September 2009, 21:40

Zitat

Homöopatie ist Scharlatanerie.
Nicht komplett.
Homöopatie hat keine direkte Wirkung durch Wirkstoffe, da diese praktisch nicht mehr vorhanden sind, bei der Potenzierung verlieren selbst extrem wirksame Wirkstoffe wie LSD jede Wirkung, allerdings existiert immer noch der Placebo-Effekt, der bei kleineren Leiden durchaus zu einer Komplettheilung führen kann und bei schwereren Krankheiten eine gute Unterstützung darstellen kann.
Da in Deutschland die Ärzte verpflichtet sind dem Patienten mitzuteilen was für Medikamente sie ihm verabreichen würde das allerdings gewöhnliche Placebos wirkungslos machen da sie nur funktionieren solange der Patient nicht weiss das es sich um Placebos handelt.
Deshalb greifen einige Ärzte auf Homöopathie zurück um dem Patienten einen Placebo verabreichen zu können ohne das er es weiss.

Das ein Universitätsprofessor glaubt eine lebensgefährliche Krankheit allein mit Homöopathie heilen zu können ist allerdings tatsächlich ein Skandal

ralf-fennig

Administrator

Beiträge: 2 217

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Beruf: Altenpfleger - Frührentner

9

Dienstag, 29. September 2009, 21:50

Ja - aber denselben Effekt erzielt auch Dr. Eisenbarts Wundertrunk. Homöopatische Mittel enthalten zwar keine wirksamen Stoffe - sind aber trotzdem nicht billig. Ein reiner Placebo-Effekt muss nichts kosten. Oder kann wenigstens im Ansatz sinnvoll sein (wie etwa Massagen).

liam

unregistriert

10

Dienstag, 29. September 2009, 22:19

Zitat

Ein reiner Placebo-Effekt muss nichts kosten.
Da stimm' ich Dir grundsätzlich zu Ralf. Aber ich möchte beinahe wetten, dass ein Patient, der ein Placebo für 34,89 EUR einnimmt sich geheilter fühlt, als einer, der für das gleiche Placebo nur 0,35 EUR zahlt.

ralf-fennig

Administrator

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Beruf: Altenpfleger - Frührentner

11

Dienstag, 29. September 2009, 22:34

Zitat

Ein reiner Placebo-Effekt muss nichts kosten.
Da stimm' ich Dir grundsätzlich zu Ralf. Aber ich möchte beinahe wetten, dass ein Patient, der ein Placebo für 34,89 EUR einnimmt sich geheilter fühlt, als einer, der für das gleiche Placebo nur 0,35 EUR zahlt.
:D Das stimmt wohl leider. Was nichts kostet ist nichts wert. So sind sie, die Menschen.
Trotzdem eine unheimliche Verschwendung Kügelchen und Tröpfchen ohne jede Wirkung für viel Geld zu verscherbeln. Und wie Klaus schreibt: Scheinbar wird dann auch noch dafür bezahlt dass das Wasser bei Vollmond um Mitternacht mit einer Krähenkralle umgerührt wurde oder ähnlicher Quatsch.

12

Freitag, 2. Oktober 2009, 15:06

Ich finde die Eltern sind zu recht verurteilt worden. Wenn die häusliche Apotheke nicht mehr hilft (im allgemeinen nach drei Tagen keine Besserung auftritt), der Zustand des Kindes sich eher verschlechtert, dann begebe ich mich aber schnellstens zu einem Arzt/Krankenhaus.



Ich verstehe viele Eltern nicht, die so willkürlich mit ihren Kindern umgehen, nur weil sie einen verbohrten Glauben haben oder was auch immer.



Echt Traurig.

ralf-fennig

Administrator

Beiträge: 2 217

Wohnort: 49424 Goldenstedt

Beruf: Altenpfleger - Frührentner

13

Samstag, 3. Oktober 2009, 21:27

Meinem ersten Gefühl nach war es so etwas wie Mord.
Bei meinem zweiten Gefühl (und deshalb habe ich den Faden hier eröffnet) frage ich mich eben: Wie weit geht das Elternrecht?
Ich finde da immer für mich keine klare Linie.
Zum einen würde ich Eltern viele Rechte einräumen wollen. Auch wenn die Gesetzeslage anders ist habe ich z.B. kein Problem mit einem (elterlichen) Züchtigungsrecht.
Zum anderen ertappe ich mich manchmal zu denken "die sind aber nicht fähig Kinder zu erziehen!" bei Kleinigkeiten. Z.B. wenn Eltern ihrem Sohn verbieten Pfadfinder zu werden sobald sie merken das im Gruppennamen das Wort "christlich" auftaucht.
Ich kann auch nicht ausschließen das mein Urteil in diesem Fall weniger hart gewesen wäre wenn da Christen im Missverstehen einiger Bibelstellen lediglich auf Gebet durch Älteste vertraut hätten. Vielleicht wäre es dann in meinen Augen "nur" Verblendung gewesen.

Das ist mein persönliches, inneres Dilemma mit diesem Bericht.

14

Sonntag, 4. Oktober 2009, 11:57

Ich kann auch nicht ausschließen das mein Urteil in diesem Fall weniger hart gewesen wäre wenn da Christen im Missverstehen einiger Bibelstellen lediglich auf Gebet durch Älteste vertraut hätten. Vielleicht wäre es dann in meinen Augen "nur" Verblendung gewesen.

Das ist mein persönliches, inneres Dilemma mit diesem Bericht.
Genau diesen Konflikt habe ich auch sofort gesehen. Die Eltern haben nach ihrem besten Gewissen gehandelt, sie haben geglaubt, das Beste für ihr Kind zu tun.
Wenn ich fest auf Gott vertraue und glaube, mein Gebet wird mein Kind gesund machen, und das Kind stirbt - was dann? Dann werde ich genauso verurteilt, wie diese Eltern.
Das ist der wesentliche Punkt, nicht, ob Homöopathie wirkt oder nicht.
Wie weit geht das Recht der Eltern, nach ihrem Glauben und Gewissen zu handeln und wo darf oder muß ein Staat eingreifen. Darf ein ZJ eine Bluttransfusion für sein sterbendes Kind verweigern?


Halo

15

Sonntag, 4. Oktober 2009, 12:18

Ich denke, das ist ein heikles Thema, dass man so gar nicht beurteilen kann, wenn man nicht in der Situation steckt oder den Hergang nicht genau kennt. Medien schreiben ja viel....

Auch die umstrittenen Medizinmethoden sind ein Kapitel für sich.... Schulmedizin ist halt auch nicht der Weisheit aller Schluss. Nur ist es so: Wäre das Kind trotz Schulmedizin gestorben, hättet ihr keiner davon erfahren. Weil das "normal" ist.

Ähnlich ist es mit der Verantwortung. WER übernimmt die Verantwortung, wenn das Kind auf Grund von Schulmedizin stirbt, zum Krüppel oder geistig Behindert wird?

Meine Nachbarin hat einen Sohn, der durch eine damals verpflichtende Pockenimpfung zum geistigen Krüppel wurde..... Das Dilemma und die Sorgen um den inzwischen fast 40jährigen Sohn darf sie alleine tragen. Hätte sie die Impfung verweigert, wäre sie bestraft worden. Und hätte der Sohn diese Krankehit am Ende ohne diese Impfung bekommen, wäre sie erst recht die "'Böse" gewesen.....

Das Dilemma und die Folgen müssen IMMER die Eltern tragen. In mandchen Fällen werden sie halt noch nebenbei durch die Medien in der Luft zerrissen......

Ich denke, wenn die Eltern in bester Absicht gehandelt haben und von der Methode überzeugt waren, ist es auch ihr gutes Recht, sich dafür oder dagegen zu entscheiden....

Gestraft sind die Eltern durch den Tod des Kindes so oder so.....

LG Deria

16

Sonntag, 4. Oktober 2009, 12:27

XXX

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Columba« (3. August 2010, 15:36)


Morgenrot

unregistriert

17

Sonntag, 4. Oktober 2009, 13:09

Was ist dann mit der Verantwortung, wenn es sich herausstellt, dass für die Behandlung einer Krankheit ein homöopathisches Medikament entscheidend ist


Entscheidend für was?
In welcher Verdünnung? D6 oder Dxy? Schon allein die Zubereitung ("Schütteln")von homöopathischen Mittelchen (das Wort "Medikamente" verkneife ich mir lieber) sind unwissenschaftliche Rituale, falls da doch mal etwas wirken sollte, handelt es sich um den Placebo-Effekt. Mehr nicht. Die so gen. Hochpotenzen enthalten überhaupt keine Wirkstoffe mehr.
Homöopathische Mittel in Tropfenform enthalten hochprozentigen Alkohol (teils um die 50 %), während "Globuli" Zucker enthalten.
Ich denke mal, dass H. viel eher eine Glaubensrichtung denn eine wissenschaftlich untermauerte Form von Heilbehandlung ist.
Was meinen persönlichen Glauben betrifft, so gehe ich dann doch lieber zu meinem Arzt Jesus Christus, der mir zeigt, was für mich im Krankheitsfall richtig ist. Er hat es bisher immer getan.
Gruß
Morgenrot

Morgenrot

unregistriert

18

Sonntag, 4. Oktober 2009, 13:18

Das Dilemma und die Folgen müssen IMMER die Eltern tragen. In mandchen Fällen werden sie halt noch nebenbei durch die Medien in der Luft zerrissen......

Ich denke, wenn die Eltern in bester Absicht gehandelt haben und von der Methode überzeugt waren, ist es auch ihr gutes Recht, sich dafür oder dagegen zu entscheiden....


Ich frag mal leise an, was das soll? Neues Forum - neue Stammtischparolen?

19

Sonntag, 4. Oktober 2009, 13:24

XXX

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Columba« (3. August 2010, 15:38)


Sanftwut

Fortgeschrittener

Beiträge: 178

Wohnort: 95032 Hof

20

Sonntag, 4. Oktober 2009, 13:33

Ich denke, wenn die Eltern in bester Absicht gehandelt haben und von der Methode überzeugt waren, ist es auch ihr gutes Recht, sich dafür oder dagegen zu entscheiden....


Hallo Deria,

reicht wirklich beste Absicht aus? Ein Zeuge Jehova handelt auch nach seinem Gewissen und in guter Absicht, wenn er seinem leukämiekranken Kind eine lebensrettende Bluttransfusion verweigert. Aber das reicht nicht. Gott will das Leben schützen und Eltern handeln verantwortungslos, wenn sie das Leben ihres Kindes wegen einer Gewissensbindung aufs Spiel setzen.

Als Paulus in bester Absicht und guten Gewissens die Gläubigen verfolgte, war es dennoch falsch. Gott hat das Leben geschenkt und er will es auch erhalten. Das ist sein Versprechen und wenn wir es nicht achten, dann sind wir nicht im Willen Gottes.

Gruß Sanftwut
Gott aber ist mächtig, jede Gnade gegen euch überströmen zu lassen, auf daß ihr in allem, allezeit alle Genüge habend, überströmend seid zu jedem guten Werk. 2. Kor. 9,8

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