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Morgenrot

unregistriert

1

Montag, 25. April 2011, 12:48

Frohe Ostern!

Zitat


Ostermorgen
Die Lerche stieg am Ostermorgen
empor ins klarste Luftgebiet
und schmettert` hoch im Blau verborgen
ein freudig Auferstehungslied.
Und wie sie schmetterte, da klangen
es tausend Stimmen nach im Feld:
Wach auf, das Alte ist vergangen,
wach auf, du froh verjüngte Welt!

Wacht auf und rauscht durchs Tal,
ihr Bronnen,
und lobt den Herrn mit frohem Schall!
Wacht auf im Frühlingsglanz der Sonnen,
ihr grünen Halm und Läuber all!
Ihr Veilchen in den Waldesgründen,
ihr Primeln weiß, ihr Blüten rot,
ihr sollt es alle mit verkünden:
Die Lieb ist stärker als der Tod.

Wacht auf, ihr trägen Menschenherzen,
die ihr im Winterschlafe säumt,
in dumpfen Lüften, dumpfen Schmerzen
ein gottentfremdet Dasein träumt..
Die Kraft des Herrn weht durch die Lande
wie Jugendhauch, o laßt sie ein!
Zerreißt wie Simson eure Bande,
und wie die Adler sollt ihr sein.

Wacht auf, ihr Geister, deren Sehnen
gebrochen an den Gräbern steht,
ihr trüben Augen, die vor Tränen
ihr nicht des Frühlings Blüten seht,
ihr Grübler, die ihr fern verloren,
hier ist ein Wunder, nehmt es an!

Ihr sollt euch all des Heiles freuen,
das über euch ergossen ward!
Es ist ein inniges Erneuen,
im Bild des Frühlings offenbart.
Was dürr war, grünt im Wehn der Lüfte,
jung wird das Alte fern und nah.
Der Odem Gottes sprengt die Grüfte -
wacht auf! Der Ostertag ist da.

Emanuel Geibel, 1815-1884



Spät kommt er, der Ostergruß (was war denn wohl mit dem Forum los?) - aber er kommt von Herzen!
Eine schöne Zeit wünsche ich allen - gutes Wetter - gute Laune - gute Einfälle.

Ich mache jetzt erst mal ein paar Urlaub *freu*

Gruß
Morgenrot

ralf-fennig

Administrator

Beiträge: 2 217

Wohnort: 49424 Goldenstedt

Beruf: Altenpfleger - Frührentner

2

Montag, 25. April 2011, 20:05

Leider war das Forum zwischendurch offline...
Hier ist eine "Ostergeschichte" die ich dieses Jahr versandt habe:

Zitat

(ich habe die Geschichte aus einer "Jugendleitermail" - wer Interesse hat, dem kann ich gern die Adresse schicken unter der man sich eintragen kann)

2. Das leere Ei
Jonathan Förster war körperlich und geistig leicht behindert zur Welt gekommen.
Als er zwölf Jahre alt war, ging er mit viel jüngeren Kindern zusammen in eine Klasse. Es hatte den Anschein, dass er einfach nicht lernen konnte. Oft brachte er seine Lehrerin Doris Müller schier zur Verzweiflung, wenn er sich auf seinem Stuhl hin und her wand, vor sich hinstierte und dabei grunzende Geräusche von sich gab........

Es gab allerdings auch Augenblicke, in denen Jonathan klar und deutlich sprach - gerade so, als sei ein Lichtstrahl in die Dunkelheit seines Gehirns gedrungen.
Die meiste Zeit jedoch empfand es Doris als ausgesprochen unbefriedigend, Jonathan zu unterrichten. Eines Tages rief sie seine Eltern an und bat sie zu einem Gespräch in die Schule.
Als das Ehepaar schliesslich in dem leeren Klassenraum schweigend vor ihr sass, eröffnete Doris ihnen: "Jonathan gehört eigentlich in eine Sonderschule. Es ist nicht fair ihm gegenüber, dass er immer mit viel jüngeren Kindern zusammen sein muss, die zudem keine Lernprobleme haben. Schliesslich ist er drei Jahre älter als seine Mitschüler!"

Frau Förster weinte leise in ihr Taschentuch, während ihr Mann das Wort ergriff.
"Frau Müller", sagte er zögernd, "es gibt hier in der Nähe keine derartige Schule. Für Jonathan wäre es ein furchtbarer Schock, wenn wir ihn aus seiner gewohnten Umgebung herausnehmen müssten. Ich weiss, dass es ihm hier in dieser Schule sehr gut gefällt."

Nachdem beide gegangen waren, sass Doris noch lange auf ihrem Platz am Fenster und starrte hinaus auf den neugefallenen Schnee. Seine Kälte schien langsam in ihr Herz hineinzukriechen. Einerseits empfand sie Mitleid mit den Försters. Schliesslich hatten sie nur dieses eine Kind, und das war unheilbar krank.

Aber andererseits war es einfach nicht zu verantworten, Jonathan in dieser Klasse zu lassen. Ausser ihm hatte sie ja noch 14 andere Kinder zu unterrichten, für die seine Anwesenheit nur eine ständige Ablenkung bedeutete. Ausserdem - er würde sowieso nie lesen und schreiben lernen. Warum also sollte sie sich noch länger abmühen und ihre Zeit an ihn verschwenden? Während Doris so über die ganze Situation nachdachte, wurde sie plötzlich von einem starken Schuldgefühl überfallen.
"O Gott", sagte sie halblaut, "ich sitze hier und klage, während meine Probleme doch gar nichts sind im Vergleich zu denen dieser armen Familie! Bitte hilf mir, mehr Geduld mit Jonathan zu haben!"
Von nun an gab sie sich alle Mühe, Jonathans Geräusche und seine stierende Blicke einfach zu ignorieren. Eines Tages humpelte er plötzlich auf ihr Pult zu, wobei er sein lahmes Bein hinter sich her zog. "Ich liebe Sie, Frau Müller!" rief er - laut genug, dass die ganze Klasse es hören konnte. Die Kinder kicherten, und Doris bekam einen roten Kopf. "A-also", stammelte sie, "das ist ja sehr schön, Jonathan. A-aber setz dich jetzt bitte wieder auf deinen Platz!"

Der Frühling kam, und die Kinder unterhielten sich angeregt über das bevorstehende Osterfest. Doris erzählte ihnen die Geschichte von der Auferstehung Jesu, und um den Gedanken des hervorkeimenden neuen Lebens zu unterstreichen, gab sie abschliessend jedem Kind ein grosses Plastikei. "Hört zu", sagte sie, "ich möchte, dass ihr das Ei mit nach Hause nehmt und es morgen wieder mitbringt - mit etwas darin, was neues Leben zeigt. Habt ihr mich verstanden?" "Na klar, Frau Müller!" riefen die Kinder begeistert - alle ausser Jonathan. Er hörte aufmerksam zu, seine Augen unverwandt auf ihr Gesicht geheftet. Nicht einmal seine gewohnten Grunzlaute waren zu hören. Ob er wohl begriffen hatte, was sie über den Tod und die Auferstehung Jesu gesagt hatte? Und verstand er, welche Aufgabe sie den Kindern gestellt hatte? Vielleicht sollte sie lieber seine Eltern anrufen und es ihnen erklären.

Als Doris am späten Nachmittag nach Hause kam, stellte sie fest, dass der Abfluss in ihrer Küche verstopft war. Sie rief den Hausbesitzer an und wartete dann eine volle Stunde, bis er endlich kam und die Sache in Ordnung brachte. Anschliessend musste sie noch einkaufen, bügeln und einen Vokabeltest für den nächsten Tag vorbereiten. So kam es, dass sie den Anruf bei Jonathans Eltern völlig vergass.........

Am folgenden Morgen stürmten ihre 15 Kinder aufgeregt in den Klassenraum, um den grossen Weidenkorb auf dem Tisch ihrer Lehrerin mit den mitgebrachten Plastikeiern zu füllen.
Aber erst nach der Mathematikstunde durften die Eier geöffnet werden. Im ersten Ei befand sich eine Blume. "O ja", sagte Doris, "eine Blume ist wirklich ein Zeichen des neuen Lebens. Wenn die ersten grünen Spitzen aus der Erde ragen, wissen wir, dass es Frühling wird." Ein kleines Mädchen in der ersten Reihe winkte heftig mit der Hand.

"Das ist mein Ei, Frau Müller, das ist meins!" rief sie dabei laut.
Das nächste Ei enthielt einen Plastik-Schmetterling, der richtig lebensecht aussah. Doris hielt ihn in die Höhe. "Wir wissen alle, dass aus einer hässlichen Raupe ein wunderschöner Schmetterling wird. Ja, auch das ist ein Zeichen für neues Leben!" Die kleine Judith lächelte stolz und sagte: "Das ist von mir, Frau Müller."
Als nächstes fand Doris einen Stein, mit Moos bewachsen. Die erklärte der Klasse, dass Moos ebenfalls ein Beweis für Leben sei. Willi aus der letzten Reihe meldete sich zu Wort. "Mein Papa hat mir beim Suchen geholfen!" verkündete er strahlend.

Doris öffnete nun das vierte Ei - es war merkwürdig leicht - und hole tief Luft: Das Ei war leer! "Das ist bestimmt Jonathans", dacht sie. "Natürlich hat er nicht verstanden, was er damit machen sollte. Hätte ich doch bloss nicht vergessen, seine Eltern anzurufen!"
Und weil sie ihn nicht in Verlegenheit bringen wollte, legte sie dieses Ei, ohne ein Wort zu sagen, beiseite und griff nach dem nächsten.

Da meldete sich plötzlich Jonathan. "Frau Müller", sagte er, "wollen Sie denn nicht über mein Ei sprechen?" Verwirrt gab Doris zurück: "Aber Jonathan - dein Ei ist leer!" Er sah ihr offen in die Augen und meinte leise: "Ja, aber das Grab Jesu war doch auch leer!"
Eine ganze Weile sprach niemand ein Wort. Als die Lehrerin sich endlich wieder gefangen hatte, fragte sie: "Jonathan, weisst du denn, warum das Grab leer war?" - "O ja", gab er zur Antwort, "Jesus wurde getötet und ins Grab gelegt. Aber dann hat ihn sein Vater wieder lebendig gemacht!"
Die Pausenglocke schrillte. Während die Kinder aufgeregt nach draussen auf den Schulhof stürmten, sass Doris wie betäubt da und hatte Tränen in den Augen. Das Eis, das sich noch in ihrem Herzen befand, begann zu schmelzen. Dieser zurückgebliebene, rätselhafte Junge hatte die Wahrheit der Auferstehung besser verstanden als alle anderen Kinder.

Drei Monate später war Jonathan tot. Die Leute, die in die Friedhofskapelle kamen, um von dem Entschlafenen Abschied zu nehmen, wunderten sich nicht wenig: Oben auf dem Sarg waren 15 leere Eierschalen zu sehen.
von Ida Kempel (http://www.himmelskinder.net/texte/jonathans_ei.htm)


Ich hoffe Ihr und Eure Familien habt/hattet alle ein gesegnetes Osterfest!

3

Montag, 2. Mai 2011, 11:34

Was fällt Euch zu HIMMELFAHRT ein?

Das ist der Tag, zu dem fast niemand mehr Bezug hat.

4

Montag, 2. Mai 2011, 11:37

Nachtrag zu Ostern:

Eine Umfrage unter 150 Jugendlichen in Flensburg über den Grund dessen, was wir Ostern feiern, ergab, daß nur EINE Person in etwa wußte um was es ging.

Die Anderen hatten keine Ahnung! :weinen:

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