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Heike

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1

Freitag, 9. Oktober 2009, 16:03

jede predigt

hi,

ich hab neulich ein zitat von bonhoeffer gelesen: jede predigt soll bis an die grenze der ketzerei gehen.

was geht euch beim lesen dieses zitats durch den kopf?

lieben gruß,

heike
GOTT kommt nicht, wenn wir es möchten, aber ER kommt rechtzeitig.
Tennessee Williams (1914-83)

Heike

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2

Freitag, 9. Oktober 2009, 17:20

... so, hab jetzt noch mal gegoogelt, und hab noch folgendes gefunden: "Eine Predigt, die sich nicht am Rande der Ketzerei bewegt, trifft keinen Menschen."
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Tennessee Williams (1914-83)

ralf-fennig

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3

Freitag, 9. Oktober 2009, 17:27

Ketzerei - gegen was?
Ich würde es so formulieren: Eine Predigt, die nicht wenigstens an einem Punkt etwas anderes sagt als das, was sowieso schon Jeder denkt, fühlt und tut - die ist völlig wertlos.
Ich bin mir bei Bonhoeffer nicht zu 100 % sicher ob er das so meinte - aber so würde ich das ausdrücken was ich aus diesem Satz herauslesen will/kann/tue.

liam

unregistriert

4

Freitag, 9. Oktober 2009, 17:55

Der Mann, der mich konfirmiert hat, war der sehr kluge, ältere Dekan unserer Kirchengemeinde. Regelmäßig Dienstags kamen wir mit ihm zusammen und es war eigentlich kein bisschen langweilig, bei ihm Konfirmandenunterricht zu haben. Er machte sich ziemlich häufig einen Spaß daraus, während der ca. 90 Minuten mit uns zu diskutieren und allmählich, und ohne, dass wir's recht gewahr wurden, in die Rolle des Agreifers oder auch des Irrlehrers zu schlüpfen, gegen den wir den Glauben, das Christentum verteidigten. Er gab den Ketzer.

Am Tag meiner Konfoirmation war er unser Gast, was mich freute und auch stolz machte, weil ich ihn gerne hatte, den alten Dekan. Zu meinem Onkel, der damals aus dem unendlich weit entfernten Canada eigens zu meiner Konfirmation gekommen war, sagte er einen Satz, den ich erst viel später begriff, vergessen hatte ich ihn nie: Wenn die jungen Menschen einmal in die Position des Verteidigers kämen, so sagte er, würden sie sich viel intensiver mit der Schrift auseinandersetzen und könnten daraus viel mehr lernen, als aus auswendig gelernten Katechismusabschnitten. Später erst begriff ich, wie gezielt er diese Diskussionen mit uns damals geführt hatte.

Vielleicht hat Bonhoeffer es so ähnlich gemeint?

Heike

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5

Freitag, 9. Oktober 2009, 21:04

hi, ralf,

das zweite zitat von b. trifft ja ungefähr das, was du geschrieben hast. aber warum muss eine predigt letztlich provozieren, damit man sie beachtet? sind wir so dicht?

gruß,

heike
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Heike

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6

Freitag, 9. Oktober 2009, 21:09

Wenn die jungen Menschen einmal in die Position des Verteidigers kämen, so sagte er, würden sie sich viel intensiver mit der Schrift auseinandersetzen und könnten daraus viel mehr lernen, als aus auswendig gelernten Katechismusabschnitten. Später erst begriff ich, wie gezielt er diese Diskussionen mit uns damals geführt hatte.

Vielleicht hat Bonhoeffer es so ähnlich gemeint?


lieber richard,

das stimmt. mich hat am anfang meines glaubenslebens die vielfalt bei JESUS.de ziemlich viel in der bibel lesen lassen. am anfang hab ich ja jeden christen mit meinem bisserl bibelwissen niedergemacht und angegriffen, aber nach meiner bekehrung hab ich auf einmal gesehen, wie verdreht manche schrieben und ich hab verzweifelt in der schrift nachgeschaut, weil es mir so spanisch vorkam und ich meinte, ich müßte mit flammendem enthusiasmus dagegen halten.

den dekan, den hätte ich gerne kennengelernt. :)

lieben gruß,

heike
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ralf-fennig

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7

Freitag, 9. Oktober 2009, 23:00

Naja - ich denke das was wir schon wissen und kennen und sowieso beachten - das braucht uns auch keiner mehr zu sagen. Eine gute Predigt fordert heraus: Noch mehr ganze Sache mit dem Herrn zu machen, ihm ganz neu alles hinzulegen. Mal Inventur zu machen - ich bin elf Jahre Christ, was ist echt und was ist vielleicht nur Ritual oder sture Gewohnheit?
Vor zwei Wochen hatten wir einen Prediger in der Gemeinde der bei den Bibel-Bikern ist. Er hat über das Gleichnis vom "barmherzigen Samariter" gepredigt. Da denkt man ja eigentlich: Hab ich schon gehört, jetzt kann ich abschalten und erst wieder bei den Abschlussliedern hinhören...
Aber er hat so lebensnah gepredigt - so herausfordernd - so viele neue Gedanken angestoßen die mit dem Text zu tun haben, dieses alte Gleichnis wurde für mich wieder ganz neu lebendig. Ich konnte mich am Ende wirklich neu fragen: Wo jammert mich noch etwas wenn ich es sehe?

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