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Heike

Administrator

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1

Dienstag, 6. Oktober 2009, 15:19

19 Jahre deutsche Einheit

@ all: Hier noch einmal der Text von ralf-fennig in einem neuen Thread, damit es auch wirklich um's eigentliche Thema geht. Der andere Thread, in dem es eigentlich am Thema vorbeiging, hat jetzt den Titel "Jugendliche & Kriminalität & Erziehung". Derzeit ist es uns leider noch nicht möglich, Threads zu splitten.



Es interessiert die Deutschen ja nicht sehr.
Aber vor fast 20 Jahren fiel die Berliner Mauer. Und seit 19 Jahren ist Deutschland wieder vereint.
Vor 21 Jahren hätte kein Mensch geglaubt das sowas möglich wäre. Dabei gab es in der Umbruchszeit keine außergewöhnlichen Gewaltexzesse - alles verlief in unglaublicher Disziplin.

Für mich ist das nach wie vor ein Wunder, eine Gnade Gottes.

Auch das meine Großmutter fünfzig Jahre nach ihrer Flucht noch einmal (gemeinsam mit den Russen, die jetzt dort wohnen) in "ihrer" alten Küche essen durfte, nach vielen Jahrzehnten in denen Deutschen in der Region jedes Betreten verboten war. Das bedeutete ihr sehr viel, auch wenn vieles heruntergekommen war und sie halb amüsiert und halb entsetzt berichtete das der Insterburger Bahnhof, den sie auch gut von früher kannte, keine funktionierenden Toiletten mehr hat und die Menschen sich einfach in den Winkeln dort erleichtern...
Trotz allem war es für sie Möglichkeit mit der Vergangenheit ein wenig Frieden zu schließen.

Gnade, reine Gnade wie der Herr dort eingegriffen hat. Ich bin ihm dafür unendlich dankbar.
Ich schäme mich dafür das die Deutschen solch ein undankbares Volk sind - und nicht einmal das zum Anlass nehmen zu ihrem Gott umzukehren. Im Gegenteil: Deutschland wird von Jahr zu Jahr gottloser.
Ich bin fast dabei zu schreiben: Schon setzt sich Satan in den Tempel Gottes, die Gemeinde, und treibt sein Unwesen. In einem anderen Forum las ich das es in Bremen einen Segnungsgottesdienst für homosexuelle Paare gäbe - und das die Landeskirche Hessen-Nassau schwule und lesbische Paare einlädt sich in den Kirchen segnen zu lassen.

Was ist nur los mit Deutschland?
Ich mag dieses Land, die Menschen hier. Ich liebe es sogar. Und ich habe es auf dem Herzen Menschen hier für Jesus zu gewinnen.
Aber mitlerweile wird jede Wahrheit zur Lüge erklärt. Alles wird relativiert und entwertet. Eine schlimme Zeit für unser Volk.
GOTT kommt nicht, wenn wir es möchten, aber ER kommt rechtzeitig.
Tennessee Williams (1914-83)

2

Montag, 12. Oktober 2009, 12:38

Frage: Was war an der Wiedervereinigung so toll?

Was hat sich positiv verändert?

Jetzt wächst das antichristliche Reich=EU endlich so, wie Satan es wollte.

Was haben wir seit der Wende?Wir stehen vor dem finanziellen Ruin, die Gottlosigkeit der Menschen aus der DDR hat den Westen auch mitgerissen, die Kommunisten sind eine mächtige politische Größe geworden usw.



Vielleicht habe ich was übersehen, aber ich finde nichts Positives.

Die DDR hätte auch als selbständiger Staat mit anderer Ordnung weiterbestehen können, meine ich.

Der Beitrag von »Columba« (Montag, 12. Oktober 2009, 18:33) wurde vom Autor selbst gelöscht (Dienstag, 3. August 2010, 15:30).

liam

unregistriert

4

Montag, 12. Oktober 2009, 18:51

Ich halte es für ein wenig ... "blauäugig", zu denken, ohne den Mauerfall wäre alles (noch) besser. Es gibt sicher einige Apsekte, die man mit gemischten Gefühlen sehen kann. Doch für die, die unter diesem UnrechtsSystem gelebt und vor allem gelitten haben, müssen solche Äußerungen so ähnlich wirken, wie eine weithin durch's Forum schallende Ohrfeige. Find' ich nicht gut.

SandOhr

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5

Montag, 12. Oktober 2009, 20:15

...was ist so toll?

Hallo....?

Haben hier gewisse Wessis vergessen was vor dem Mauerfall los war? Da standen sich zwei gigantische Militärblöcke gegenüber und wollten sich mit SS20 und Pershings beharken....und andauernd wurden Leute erschossen, in den Knast gesteckt, ihrer Kinder entzogen oder mit Berufsverbot belegt....nur weil sie ihr Land verlassen wollten !!
Ich bin auch ein original Wessi, habe aber viele Jahre (seit 1993) im "Osten" gelebt...und habe sehr viele Leute kennengelernt, die -auch ohne "Christ" zu sein- viel christlicher gelebt haben, was Demut, gegenseitige Hilfe und vieles andere betrifft, als mancher hochtheoretischer Christ hier.....
Die friedliche Wiedervereinigung war auch für mich ein Wunder, trotz aller Probleme die jetzt laufen...aber nichts mit dem Mauerfall zu tun haben.
Und die EU ist kein Satanswerk, das ist ein selbstgemachtes Bürokratiemonstrum, das sich völlig verselbstständig hat...das liegt an UNS, die Sache wieder auf den Boden runter zu holen....
Boh, ich muss jetzt erst mal an die frische Luft,
wir hören uns heute noch mal.... :!:
Sage nicht: Dies ist mein Pferd
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ralf-fennig

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6

Dienstag, 13. Oktober 2009, 07:03

Die EU läßt sich nicht mehr herunterholen. Die undemokratischen Strukturen haben sich verfestigt - und werden durch den Lissabon-Vertrag jetzt auch noch in den Rang einer Verfassung gehievt. Das neue EU-Parlament und der neue Bundestag werden die Geschichte in trockene Tücher bringen - und anschließend wird Jeder, der noch etwas gegen EU und ihre Auswüchse sagt, zum Staatsfeind.

Aber das ist eine völlig andere Geschichte.

Die Mauer, die innerdeutsche Grenze war ein Relikt des Stalinismus. Sie war ein Symbol dafür das 1945 nur für halb Europa Freiheit brachte.
Die EU ist etwas ganz anderes - sie ist das Symbol dafür das die Freiheit immer neu bedroht ist. Und das EU-Experiment (da stimme ich Robins zu) wird schlimm enden.

7

Dienstag, 13. Oktober 2009, 07:18

Frage: Was war an der Wiedervereinigung so toll?


Für Dich offensichtlich nichts?

Was hat sich positiv verändert?


Persönliche, Reise- und Meinungsfreiheit. Familien, die wieder zusammenkommen können. Ein Unrechts- und Unterdrückungssystem, das gekippt wurde, ohne daß Blut floß. Politische und gesellschaftliche Annäherung an Polen, Tschechien, Ungarn. Partiell geübte Gerechtigkeit. Meine ungeteilte Geburtsstadt. Keine Toten mehr an der Mauer.

Jetzt wächst das antichristliche Reich=EU endlich so, wie Satan es wollte.


Ah. Satan und sein antichristliches Reich.
Ich frage mich, wen / was Du als Satans antichristliches Reich vor 25-30 Jahren identifiziert hättest. Wenn ich wetten würde, würde ich mein Geld auf die UdSSR & Warschauer Pakt-Staaten setzen :rolleyes:


Was haben wir seit der Wende?Wir stehen vor dem finanziellen Ruin, die Gottlosigkeit der Menschen aus der DDR hat den Westen auch mitgerissen, die Kommunisten sind eine mächtige politische Größe geworden usw.


- Finanzen: Jep. Ich bin auch immer dafür: ab nach China! Da stehen die Fleischtöpfe der Zukunft!
- Gottlosigkeit der Menschen: ?( Sind die Ossis als antichristliche Missionare in den Westen geschwemmt? Hab ich ehrlich gesagt noch nicht feststellen können.
- Kommunisten: nun ja; dafür ist sicher nicht nur die Prägung im Osten verantwortlich (obwohl das sicher einen signifikanten Einfluß hat), sondern auch die zunehmende Ausdifferenzierung der Gesellschaft in Arm und Reich. Einfach mal die Entwicklung der Verteilung des Nettovermögens in Deutschland über die letzten 10 Jahre anschauen.


Vielleicht habe ich was übersehen, aber ich finde nichts Positives.


Alles eine Frage der eigenen Perspektive.

Die DDR hätte auch als selbständiger Staat mit anderer Ordnung weiterbestehen können, meine ich.


Möglich. Wahrscheinlich aber nicht lange. Sie war bankrott.

Gruß,
Neverever

ralf-fennig

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8

Dienstag, 13. Oktober 2009, 16:59

Zudem habe ich oft den Eindruck die schlimmsten Kommunisten kommen nach wie vor aus "dem Westen".
Ich denke schon 1989 war es so das in der DDR nur noch das Politbüro am Sozialismus klebte - während es in der BRD fast sämtliche Lehrer, Journalisten und "Künstler" waren.

liam

unregistriert

9

Dienstag, 13. Oktober 2009, 17:15

Hmm - Ralf,

ich weiß nicht, wieviele Lehrer Du kennst. Meine Frau ist Lehrerin und hat inzwischen in sechs oder sieben unterschiedlichen Schulen gearbeitet. Nicht einer ihrer Kollegen ist oder war bekennender oder vermuteter Kommunist. Sie ist überdies häufig am pädagogischen Seminar unterwegs und trifft dort wiederum mit etlichen Kollegen / Kolleginnen zusammen - auch dort von Kommunismus keine Spur. Ich selbst kenne von meiner Arbeit her auch nicht gerade wenige Lehrer - nicht einen einzigen Kommunisten. Bei den Künstlern und Journalisten kenne ich mich nicht aus, doch die drei oder vier Künstler, die ich persönlich kenne, haben mit "Kommunismus" nix am Hut.

Denkst Du, es ist möglich das "fast alle" bei solchen Aussagen zu vermeiden? Das macht mir wirklich Schwierigkeiten.

ralf-fennig

Administrator

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10

Dienstag, 13. Oktober 2009, 17:30

Vielleicht bin ich dadurch geschädigt das ich während und nach dem Mauerfall dauernd irgendwelche Deutschlehrer hatte die mir vorgeplärrt haben das die DDR eigentlich einen "dritten Weg" hätte gehen wollen und sollen. Es mag mitlerweile anders sein - aber zu meiner Schulzeit waren sehr offensichtlich die alt-68er noch in den besten Jahren. Selbst ein bürgerlicher Lehrer ließ uns drei oder vier Brecht-Machwerke lesen frei nach dem Motto "Geschichte durch die rote Brille" durfte man da unterschwelig u.a. die Botschaft lesen das der Streit Galilei gegen Kirche angeblich der Streit Glaube gegen Wissenschaft gewesen sei. Oder Brechts freches Abschreiben aus der Bibel - etwa mit dem "Kreisauer Kreidekreis".
Ich fand diese Manipulationen damals schrecklich und glaube noch heute das schulische Bildung zu einem sehr großen Anteil aus politisch-linker Manipulation besteht. Wenn das irgendwo auf der Welt anders ist freut mich das allerdings sehr.

(P.S: Ich gebe zu - Lehrer gehören zu den Berufsgruppen die ich mit am negativsten bewerte, aber ich hoffe das ich vielen damit Unrecht tue. Ich wünsche mir sogar das ich vielen damit Unrecht tue)

Heike

Administrator

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11

Dienstag, 13. Oktober 2009, 17:36

hi,

ich hab 1991 ein paar sommerwochen im schönen mecklenburg-vorpommern in einem kleinen dorf am saaler bodden verbringen dürfen. ich bin mit einer freundin und deren damals 9-jährigen tochter dort hin gefahren, jemanden besuchen, der nach der wende dort einen kleinen hof gekauft hatte.

dem kind war dort erst mal furchtbar langweilig. kein fernseher, und kein einziges kind in der nachbarschaft, welches pumuckl, bibi bloxberg oder benjamin blümchen kannte. dafür kannten die kinder den schimmelreiter von storm, wußten, wie man kartoffeln auf dem offenen feld gar bekommt und wie man baumhäuser baut.

fand ich im gegensatz zum kapitalistisch versauten westen echt entspannend.

gruß,

heike
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liam

unregistriert

12

Dienstag, 13. Oktober 2009, 17:42

Nun - wieviele Lehrer hattest Du zu der Zeit, die versuchten, Dich mehr oder minder heftig zu manipulieren?

Erlaubst Du mir, in aller Kürze mal ein anderes Bild von Lehrern zu zeichnen? Damit das jedoch nicht zu sehr "OT" wird, mache ich mal einen neuen Thred auf.

13

Dienstag, 13. Oktober 2009, 19:11

zum Thema Einheit...

... bin heute hierüber gestolpert:
innerdeutsche Grenze: vorher - nachher

Vielleicht findet der eine oder andere die Bilder ja interessant.

Discordier

unregistriert

14

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 12:22

Hier mal ein kleiner Liedtext vom Berliner Musiker Quetschenpaua:


Der 9te November '89
Das war ein denkwürdiger Tag
Westberlin ein Heer von Trabis
Und die knattern durch die ganze Stadt
Die Medien sind voll davon
Und auch ich bin etwas berührt
Aber das sie da andauernd von „Freiheit“ reden
Hey! Da hab ich wohl was nicht kapiert... Oder wie?
Freiheit ja was heißt denn das?
Geh ins KDW Bunte Bilder kauf dir was
Greif ins Portemonnaie
Und dann sieh dir all die Scheiße a,
Die sie dir da verkaufen
Und du darfst auch völlig selbstbestimmt
Durch die Konsum-Rennbahnen laufen
Ja wenn das die „Freiheit“ ist
Na dann mal Gute Nacht
Da hab ich mir aber immer schon
Was ganz anderes bei gedacht
Eines ja das weiß ich
Auf eure Q-Damm-Freiheit scheiß ich!

3ter Oktober '90,
Die Einheit ist da
Ein Volk fühlt sich in Schwarz Rot Gold
Und brüllt dabei „Hurra!“
Reichskriegsflaggen Herrenmenschen
Seh ich da zu Hauff
Bier Seeligkeiten und aus Länderhass
Alle gnadenlos gut drauf
Oh du Deutschland über alles
Was bildest du dir ein?!
Halt's Maul Deutschland! Sagen wir
Lass das Grinsen sein
Die Freiheit die du meinst
Ist die Freiheit der Deutschen Bank
Freiheit ohne Skrupel und ohne Notausgang
Nur weil ich zufällig hier geboren bin
Auf diesem Fleck, zwischen all dem Zwist
Weiß ich dennoch das ich mich nicht Deutsch fühl
Dass das nicht meine „Freiheit“ ist

ralf-fennig

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15

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 17:41

Reichskriegsflaggen zuhauf? Wo? Und welche?
Ich habe damals hauptsächlich schwarz-rot-gold gesehen.

Discordier

unregistriert

16

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 22:07

Der Mann hat eine etwas eigene Einstellung zu jeder Form der zurschaustellung von Nationalismus, Patriotismus und ähnlichem Unsinn, stimmt schon.
Worums mir aber eigentlich ging war der Teil zur "Freiheit" im Westen.

17

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 23:05

Worums mir aber eigentlich ging war der Teil zur "Freiheit" im Westen.


Das Lied konterkariert sich eigentlich ein bißchen selbst, finde ich.
Denn diese sog. Freiheit im Westen besteht ja u.a. auch gerade darin, daß man beschliessen kann, auch solche gesellschaftlichen Strömungen (Konsum, whatever) zu ignorieren, sie in Liedern zu verspotten, sich abzuwenden oder auch sich dagegen bzw. für Veränderung zu engagieren.

Discordier

unregistriert

18

Donnerstag, 15. Oktober 2009, 00:03

Wie weit es mit der Freiheit der Meinungsäusserung her ist durfte ich im Zuge der Vorbereitungen auf den G8-Gipfel in Heiligendamm erfahren, als die Polizei unser AZ stürmte und alle Anwesenden (mich eingeschlossen) pauschal und unter Anwendung ziemlich übertriebener Gewalt festnahm und gegen alle Ermittlungen wegen Verdacht auf Bildung einer terroristischen Vereinigung einleitete, im Zuge derer ich erst einmal zwei Nächte in U-Haft verbringen durfte.
Eine Woche später wurde das AZ erstmal vorläufig geschlossen, als sich daraufhin eine Spontandemonstration einfand wurde sie sehr schnell von der Polizei aufgelöst, ohne rechtliche Grundlage.

ralf-fennig

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19

Donnerstag, 15. Oktober 2009, 05:56

Es wäre sicher sinnvoller gewesen die Chaoten und Gewalttäter während des G-8 Gipfels festzunehmen. Dazu hätte es zwar ein noch riesigeres Polizeiaufgebot gebraucht - aber man hätte es bei den "echten" Tätern nicht bei zwei Nächten U-Haft belassen müssen und die, die tatsächlich friedlich demonstrieren wollten, hätten es tun können.
Aber aus Sicht der Polizei kann ich verstehen das die keine Lust auf noch exzessivere Straßenschlachten hatten.

20

Donnerstag, 15. Oktober 2009, 07:12

Wie weit es mit der Freiheit der Meinungsäusserung her ist durfte ich im Zuge der Vorbereitungen auf den G8-Gipfel in Heiligendamm erfahren, als die Polizei unser AZ stürmte und alle Anwesenden (mich eingeschlossen) pauschal und unter Anwendung ziemlich übertriebener Gewalt festnahm und gegen alle Ermittlungen wegen Verdacht auf Bildung einer terroristischen Vereinigung einleitete, im Zuge derer ich erst einmal zwei Nächte in U-Haft verbringen durfte.
Eine Woche später wurde das AZ erstmal vorläufig geschlossen, als sich daraufhin eine Spontandemonstration einfand wurde sie sehr schnell von der Polizei aufgelöst, ohne rechtliche Grundlage.


Also, für die Geschehnisse habe ich hier ja nun nur die Schilderungen einer - Deiner - Seite. Ich kann daher nicht beurteilen, ob die Vorwürfe zutreffen, ob Fehlverhalten der Polizei vorliegt, oder ob Du / Deine Gruppierung(en) da nicht durchaus Anlaß zum Eingreifen gegeben haben, und ob Deine rechtliche Beurteilung korrekt ist.

Ganz allgemein gesagt daher nur: natürlich gibt es auch immer wieder Menschen und Entwicklungen, die diese Freiheit bedrohen. Gerade die letzten Jahre zeigen ja die Entwicklung, daß der Staat immer tiefer in vorher geschützte Bereiche vordringt. Aber auch diese Entwicklung ist Teil der zuvor genannten Freiheit. Es gibt nicht zu vernachlässigende Mehrheiten in dieser Gesellschaft, die Freiheitsrechte gerne gegen das Versprechen der Sicherheit opfern. Extrem kurzsichtige Einstellung, meiner Ansicht nach.
Nun denn. Das ist eines der wenigen Themen, wegen derer ich mich tatsächlich freuen kann, daß die FDP Teil der nächsten Regierungskoalition wird :). Diese Freiheit besteht nämlich weiterhin in diesem Land: gegen solche Entwicklungen vorzugehen, in individuellen Fällen gegen Amtsmißbrauch zu klagen, ganz allgemein an der Veränderung bestehender Regeln zu arbeiten.

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