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Jürgen Gewehr

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Dienstag, 7. Februar 2012, 09:29

Herzenssache

"Es ging ein Sämann aus, zu säen!" Matthäus 13,3

Wenn wir das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld betrachten, müssen wir uns nicht lange fragen, was Jesus seinen Jüngern damit sagen wollte. Er selbst gab die Auslegung dazu und ließ keine Fragen offen. Es gibt einen Sämann, der unermüdlich bestrebt ist, guten Samen in unsere Herzen auszustreuen.
"Der Same ist das Wort Gottes", ließ Jesus seine Jünger wissen. Und das war es auch, was unser Ohr zuerst erreicht hat: Gottes Wort, das herrliche Evangelium, die frohe Botschaft. Dadurch erfuhren wir, was Gott, der Vater, in seinem Sohn Jesus Christus zu unserer Erlösung vollbracht hat.
Das Besondere an Gottes Wort aber ist nicht nur die Wahrheit, die darin enthalten
ist, unser himmlischer Vater will uns weit mehr schenken, als wichtige Informationen und Erkenntnisse, die wir hören und glauben sollen. Gottes Wort ist zugleich auch lebendig und wirksam (Hebr.4,12) – es ist Geist und Leben (Jh.6,63) und deshalb voller Schöpferkraft. So wie Gott einst sprach und sein Wort die Schöpfung ins Dasein rief, so schafft sein Wort, wenn wir es annehmen, neues Leben in uns, ja, es versetzt uns in Christus und macht uns zu einer neuen Schöpfung (2.Kor.5,17). Durch sein lebendiges Wort sät Gott sich selbst in unsere Herzen hinein! Davon sprach Jesus, als er sagte: "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen" (Jh.14,23). Demnach ist Gottes Wort der Träger all dessen, was Gott uns in seiner Liebe zugedacht hat – es ist der Same, durch den unser himmlischer Vater unsere Herzen erneuert und in das Ebenbild Jesu umgestaltet.

Im Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld werden wir allerdings mit einer überaus traurigen Wahrheit konfrontiert: Wir erfahren, dass drei Viertel von denen, die
Gottes Wort hören, keine Frucht bringen. Diese Tatsache dürfen wir nicht leichtfertig abtun und meinen, dass wir damit nicht gemeint sind. Vielmehr ist es so, dass jeder von uns einem vierfachen Ackerfeld gleicht. So kann es durchaus sein, das Gottes Wort heute, wenn wir es hören, in unserem Herzen auf "guten Boden" fällt, während es morgen fruchtlos bleibt.Fände Gott, wenn er zu uns spricht, in uns immer und zu jeder Zeit einen guten Herzensboden vor, würden wir alle, ob klein oder groß, in unserem geistlichen Leben ein rasantes und vor allem, ein gesundes Wachstum erfahren. Wir wären alle in der Lage, viel Frucht zu bringen – Christus würde durch jeden von uns verherrlicht werden. Doch wir alle wissen, dass unsere Erfahrungen oftmals ganz anders sind! Wenn wir uns fragen, warum nur ein Viertel von denen, die Gottes Wort empfangen, Frucht bringen, dürfen wir die Schuld dafür nicht beim Sämann suchen. Er hat nicht schlampig gearbeitet! Auch der Same ist daran nicht schuld. Im Gegenteil: Die Saat, die Gott aussät, ist von allerbester Qualität. Sie ist sogar so kraftvoll, dass ein Samenkorn hundert neue hervorbringen kann. Deshalb kommt es allein auf die Beschaffenheit des Herzensbodens an, der den göttlichen Samen empfängt!

Da gibt es zunächst den Herzensboden, der einem Weg gleicht. Der ausgesäte Same wird hier schnell von "Vögeln" gefunden und weggepickt – der Böse kommt und reißt hinweg, was gesät wurde. Warum? Weil unsere eigenen Pläne und Vorstellungen zu einem festgetretenen Weg geworden sind. Weil wir Ziele verfolgen und Wünsche hegen, die mit dem Gehörten nicht in Einklang zu bringen sind. Und weil wir stur an unserer einmal gefassten Meinung festhalten. Deshalb verstehen
wir auch nicht, was uns verkündigt wird!
Es ist also möglich, dass wir, obwohl wir Gottes Wort hören, nichts empfangen und innerlich leer von dannen ziehen. Obwohl das wahre Leben zum Greifen nahe ist,
erkennen wir nicht dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Kraft – weil wir nicht bereit sind, auf unserem eingeschlagenen Weg innezuhalten und umzukehren.

Unser zweiter Herzensboden, den Jesus in seinem Gleichnis erwähnte, lässt Gottes Wort nicht unbeachtet am Wegesrand liegen. Im Gegenteil: Wir nehmen es mit Freuden auf. Doch damit ist dauerhaft noch nicht viel gewonnen! Es genügt nicht, nur ein Hörer des Wortes zu sein! Nehmen wir an, dass wir am Sonntag einer Predigt gelauscht haben, die uns zu Herzen ging, die uns getröstet und froh gestimmt hat. Dann aber kommt der Montag, der Tag der Bewährung! Wie viel von Gottes Wort wohnt dann noch in uns? Gestern erfreuten wir uns der Gegenwart Christi und sangen ein Loblied zu seiner Ehre. Wie aber sieht es heute aus? Genießen wir seine Gegenwart auch jetzt – mitten im Getriebe unseres Alltags? Sind wir heute auch so getrost, wie wir es gestern waren, wenn wir mit unerwarteten Schwierigkeiten konfrontiert werden? Kann uns Gottes Wort stärken und trösten, wenn wir als Christen Nachteile hinnehmen müssen? Oder werden wir dann entmutigt aufgeben und innerlich verdorren? Gottes Wort soll in unserem Herzen Wurzeln schlagen. Es soll uns stark machen, damit wir auch in der "Hitze des Tages" Überwinder sein können. Es soll in uns Veränderungen bewirken, die zur Ehre Gottes sind!

Doch es sind nicht nur die Widrigkeiten des Lebens, die das Wachstum des göttlichen Samens bedrohen, es ist auch der Kampf um das tägliche Brot und das unselige Verlangen, immer mehr haben zu wollen: mehr Geld, mehr Besitz, mehr Macht und Anerkennung. Deshalb warnte Jesus seine Jünger, als er den dritten Herzensboden beleuchtete, vor den alltäglichen Sorgen der Welt und dem betrügerischen Reichtum, die, wie
eine Dornenhecke, Gottes Wort in unserem Herzen ersticken können, sodass es nichts ausrichtet.

Wenn man bedenkt, was der ausgestreute Same in uns bewirken kann, dann muss man staunen. Während unser Herz einem unbesäten Feld gleicht, wenn der göttliche Same darin fruchtlos bleibt, können wir hundertfältige Frucht hervorbringen, wenn wir Gottes Wort gläubig aufnehmen und in uns wurzeln lassen. Und wie sehr wird unser Leben dadurch bereichert werden! Wir können Gottes Liebe, den Frieden Christi und die Freude des Heiligen Geistes täglich aufs Neue erfahren – dreißig-, sechzig- oder hundertfach. Ebenso oft werden wir innerlich getröstet und gestärkt werden. Auch die Kraft des siegreichen Lebens Jesu können wir immer und immer wieder erfahren. Mehr noch: Wir können dreißig-, sechzig- oder sogar hundertfach weitergeben, was uns Gott geschenkt hat.

Wenn wir wollen, dass Gottes Wort in uns Frucht bringt, dann müssen wir dafür sorgen, dass es in unserem Herzen "tiefe Erde" gibt, in der der kostbare Same Wurzeln schlagen kann. Dann, und nur dann, werden wir auch in Bedrängnis und in Zeiten der Not einen starken Halt haben und uns nicht an Jesus ärgern (Mt.11,6). Deshalb ist es nötig, ja, unverzichtbar, dass wir das Gehörte in unserem Herzen bewegen und darüber nachsinnen (Lk.2,19 + Ps.1,1-3). Wenn das Wort Christi reichlich in uns wohnt (Kol.316), wird auch unsere Gemeinschaft mit Jesus sehr vertraut und innig sein. Wir werden das Wort, das er uns zugesprochen hat, nicht unbeantwortet lassen. Deshalb wird das Maß der Frucht, die unser Leben hervorbringt, immer auch dem Maß unserer Gemeinschaft mit Christus entsprechen. Je inniger unsere Gemeinschaft mit ihm ist, umso reicher wird die Frucht sein, die in unserem Herzen aufwächst.

Achte sorgsam auf deinen Herzensboden. Er kann sich heute als hart, steinig, dornenumrankt – oder aber als fruchtbar erweisen. Du entscheidest, wo der göttliche Same hinfällt!


Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Jürgen Gewehr« (7. Februar 2012, 10:04)


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Dienstag, 7. Februar 2012, 09:37

Danke, schön wieder was von Dir zu lesen! :smile:

ralf-fennig

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Wohnort: 49424 Goldenstedt

Beruf: Altenpfleger - Frührentner

3

Samstag, 18. Februar 2012, 21:33

ja. Schau mal öfter rein!

4

Freitag, 24. Februar 2012, 08:01

ja. Schau mal öfter rein!
Ja bitte, Jürgen.
Ich hätte einige offene Fragen zu all deinen Predigtgedanken die du bisher eingestellt hast.

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