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ralf-fennig

Administrator

Beiträge: 2 217

Wohnort: 49424 Goldenstedt

Beruf: Altenpfleger - Frührentner

1

Sonntag, 18. Oktober 2009, 23:04

Immer mehr Verweise und Beurlaubungen von Schülern?

Vor ein paar Tagen habe ich mich mit einem alten Bekannten über unsere Pfadfindergruppen ausgetauscht.
Was uns dabei auffiel: Im Vergleich zu "früher" haben wir den Eindruck das wir immer mehr Jugendliche kennen die vorzeitig von der Schule geschickt werden (allein in diesem Jahr zwei Pfadfinder die nach der 9. Klasse Realschule woanders hingehen "durften") und wir auch immer mehr Schüler kennen die zumindest schon einmal im Leben vom Unterricht "beurlaubt" wurden.
Wir hatten beide den Eindruck das es so etwas in den 70er, 80er und 90er Jahren noch nicht (oder zumindest weit weniger häufig) gab.
Weiß jemand die Gründe? Bilden wir uns das nur ein weil "früher alles besser war" (ich bin 36 und er 32 - da fängts ja langsam an)? Sind die Jugendlichen heute schwerer zu bändigen? Sind die Lehrer heute strenger? Oder sind es ganz andere Gründe?

Mein erster Gedanke wäre jetzt auch das ein typischer 14jähriger sich nicht unbedingt bestraft fühlt wenn er einen Monat nicht zur Schule "darf". Hat sich das Verhältnis Jugendlicher zum Schulbesuch in den letzten 32 Jahren vielleicht doch so grundlegend verändert ohne das mir das aufgefallen ist?

Ich frage mich ob diese Art "Strafe" etwas bewirkt - außer vielleicht das schwierige Schüler nicht mehr im Blickwinkel der Lehrer sind...

liam

unregistriert

2

Sonntag, 18. Oktober 2009, 23:16

Da wäre einmal die Frage zu stellen, in welchem Alter diese beiden die Realschule verlassen mussten, welche Gründe dazu führten.

Schulausschlüsse sind keine "Beurlaubungen". Schulausschluss ist eines der wenigen Mittel der Disziplinierung, die der Schule geblieben sind, um den Schulbetrieb aufrecht erhalten zu können. Dabei geht es nicht darum, Schüler aus dem Blickwinkel der Lehrer zu entfernen. Es dient einmal dazu, auch den Eltern einen "Schuss vor den Bug" zu setzen. GGf. auch dem betroffenen Schüler und nicht zuletzt auch den anderen Schülern. Warum werden Schüler für bestimmte Zeit von der Schule ausgeschlossen? Das sollte man wissen, um auch nur annähernd seriös werten zu können.

ralf-fennig

Administrator

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Wohnort: 49424 Goldenstedt

Beruf: Altenpfleger - Frührentner

3

Sonntag, 18. Oktober 2009, 23:46

Die Beiden waren im neunten Schuljahr. Sind also jetzt mit Hauptschulabschluss entlassen. Beide sind durchschnittlich intelligent - wären also von daher durchaus Kandidaten für den Realschulabschluss gewesen.
Den einen Fall habe ich genauer beobachten können - sein Fehler war es immer wieder mit Lehrern diskutieren zu wollen und einem seiner Lehrer auch noch zu sagen das er sich von seinem Unterrichtsstil veräppelt fühlt weil er gern Physik machen würde.

Aus Sicht der Lehrer kann ich diese Maßnahme durchaus verstehen. Ich bediene mich ja ggf. derselben Methode - wer sich bei mir nicht benimmt wird nach Hause geschickt. Nur mir fällt auf: Zu meiner Zeit hat man in der Schule in solchen Fällen einen Brief nach Hause bekommen - und die meisten haben sich anschließend benommen.
Schulfreie Zeiten sahen wir damals nicht als Strafe an. Es würde mich wundern wenn es heute anders wäre. Der zweite Fall war so einer - der hat sein letztes Halbjahr lang einen Sport daraus gemacht beurlaubt zu werden.

Meine Erfahrung mit Eltern besagt das Eltern, denen Briefe egal sind, auch nicht wach werden wenn Sohnemann sich statt in die Schule zu gehen ausschläft um anschließend die Playstation anzuschmeißen oder Freunde zu besuchen - solange der Junior seine freie Zeit nicht nutzt um zu nerven.

P.S.: Meine Vorurteile gegenüber (vielen) Lehrern spielen in diesem Faden übrigens nur eine sehr untergeordnete Rolle. Selbst wenn es so sein sollte das Lehrer Schüler, die sich schwer oder garnicht disziplinieren lassen, heute irgendwie aus der Klasse entfernen (und den Eindruck habe ich - entweder Richtung Förderschule oder Richtung Beurlaubung bzw. vorzeitige Entlassung) - selbst dann habe ich dafür ein gewisses Verständnis.

liam

unregistriert

4

Montag, 19. Oktober 2009, 07:52

Wie gesagt, das ALTER der beiden wäre auch interessant. Es gibt schulische Bestimmungen, die es nicht erlauben, dass Schüler über eine bestimmte Anzahl von Jahren hinaus an einer Schule bleiben, gewissermaßen so lange, bis sie ihren Abschluss dann irgendwann haben. Will sagen: Hat ein Schüler, außer durch Krankheit oder andere Umstände bestimmt, welche als "höhere Gewalt" zu betrachten sind, mehrere Schuljahre wiederholen müssen und übersteigt seine maximale Anzahl an Schuljahren, muss die Schule ihn entlassen, das gilt sogar für die Hauptschule. Hier in BaWü kommen solche Schüler dann, da sie ja bis 18 schulpfichtig sind, in eine Schulgattung, in der sie beispielsweise die Chance erhalten, eine nicht gemachten Schulabschluss nachzuholen oder auch einen verpatzen Abschluss zu wiederholen. Selbst hier steigt man ihnen also sogar noch nach. "Vorzeitige Entlassung" kommt also normalerweise nicht vor.

Dass es Schüler gibt, die sich eine regelmäßige "Beurlaubung" "erkämpfen" weiß ich. Mir sind nicht wenige Fälle bekannt, in denen Schüler einer Schule verwiesen wurden und suchen mussten, welche Schule sie mit diesem "Lebenslauf" denn aufnimmt. Denn die Schulpflicht besteht weiterhin. Schulleiter sind jedoch nicht verpflichtet, solche Schüler aufzunehmen. Das haben sogar Rechtsanwälte schon vergeblich versucht, durchzusetzen. Das kann so weit gehen, wie in einem Fall, den meine Frau berichtet hat, dass ein Sechstklässler jeden Tag mit seinem persönlichen Jugendamtsbetreuer in der Schule erscheint, der die Aufgabe hat, ihn zu "besänftigen" und zu "beruhigen", wenn er einmal wieder aus dem Ruder zu laufen droht.

Ein großes Problem liegt heute tatsächlich in der Irgnoranz vieler Eltern. Oft genug trumpfen zwar die Eltern bei den geringsten Fehlern seitens der Schule auf - nicht selten sogleich mit Rechtsanwalt - ein Brief von der Schule hat leider oft genug ebensolche Reaktionen zur Folge. Wenn sich ein fleißbefreiter Schüler dann noch durch seine Eltern bestätigt fühlt, ist der Weg schon fast vorgezeichnet.

Versuch' mal Dir vorzustellen, dass die Mutter eines Schülers während der Elternsprechstunde zu meiner Frau kommt, um ihr mitzuteilen, sie möge den Jungen bitte nicht mit diesen "lästigen Vokabeln" in Englisch quälen, ihr Sohn sitze jeden Nachmittag tränenüberstömt vor seinen Aufgaben, von denen er einfach überfordert sei. Das Lernen solle doch spielerisch vonstatten gehen. Eine andere Mutter beklagte sich über diese "fürchterlichen Übungsdiktate" in Deutsch, ihr Kind wäre daraufhin so nervös, dass jedes Diktat "in den Teich" gehe.

Erkläre einer deutschen! Mami, die ihren 12jährigen gesunden Sohn täglich den Ranzen zur Schule trägt, dass und warum der Sohnemann hin und wieder auch einmal Hausaufgaben machen müsse. Er habe, so kam die Antwort, so wenig Freizeit, da habe sie ihm erlaubt, selbst zu entscheiden, ob er die Hausaufgaben mache und wann nicht.

Das sind Beispiele aus dem Alltag von Grund- und Hauptschullehrern. In Realschulen sieht es häufig nicht viel besser aus. Eltern wollen zwar, dass ihr Kind einen möglichst guten Abschluss machen, doch dass sie dafür "büffeln" und "ochsen" müssen wie ich zu meiner Schulzeit, das wird nicht akzeptiert. Ein eng befreundeter Gitarrist, der Privatunterricht erteilt - er ist ein Meister seines Faches - berichtete mir erst Freitag das Gleiche: Seine Schüler kommen zu ihm, um Gtarre zu lernen. Nachdem sie zum erstenmal eine Gitare in der Hand halten, sind sie nach vier, fünf Stunden enttäuscht, dass sie ihre Lieblingshits noch immer nicht nachspielen können. "Der Unterricht tauge nichts", bekommt mein Freund dann zu hören.

Fakt ist heute, das immer weniger Autorität gelten darf. Eltern nehmen sie gegenüber ihren Kindern nicht mehr wahr und Kinder, die keine Autorität kennen gelernt haben, erkennen auch keine an. Da liegen die ersten Versäumnisse meistens zu Hause. Ich fand es auch nicht gut, dass der "Herr Lehrer" zu früheren Zeiten einen solchen Respekt genoss, dass er so ziemlich jeden Mist verzapfen konnte. Doch das heute so oft gepredigte "Niemand hat dir was zu sagen" ist eben das Herunterfallen vom Pferd auf der anderen Seite.

Lehrer und Schule sind heute - ich glaube, bundesweit - einem enormen Druck ausgeetzt. Zu viele Kinder in den Klassen, 30 und mehr, sorgen für ein lernfeindliches Klima. Die Erwartung von immer mehr Eltern: Die Schule ist zuständig für ALLE Probleme, die sie bisher mit ihren Sprösslingen hatten bzw. aktuell haben. Andererseits wird Eltern und Schülern schon sehr früh klar gemacht: Mit Realschule kannst Du gerade so hinkommen, aber DER Abschluss ist das Abi. Die Hauptschule ist dabei zur Schule der Looser, der Nichtskönner, Dummen und Proleten herabgewürdigt worden. Das wissen die Schüler soätestens ab der siebten Klasse und das prägt sich in so viele Schülerköpfe ein, dass die Arbeitshaltung entsprechend ist. Und wenn Lehrer und Rektor "befeuernde" Reden und Ansprachen halten, um zu versuchen, das Völkchen zu motivieren, winken sie müde ab: "Ich hab' doch sowieso keine Chance." Zu viele Eltern stoßen mit in dieses falsch tönende Horn.

Nein, die Probleme unserer Schulen und unseres Bildungssystems sind tiefgreifender, als man es in einigen Beiträgen abhandeln könnte. An den Schulen zeigen sich die Probleme, denen auch unsere Gesellschaft mehr und mehr ausgeliefert ist. Wenn Kinder auf eine gute Weise motiviert sind zum Lernen, lernen sie auch in einer "veralteten Schule mit "veralteten" Lehrmethoden. Jedenfalls traf das bei mir zu, bei meiner Frau ebenfalls. Unsere drei Ältesten haben auf diese Weise ziemlich gute Abiturnoten erreicht. Dafür haben sie sich allerdings zuweilen ganz schön plagen müssen, das gehörte einfach dazu.

Das allenthalben propagierte "Instant"-System - es funktioniert im Leben einfach nicht, wie es die Werbung gerne suggeriert. Schon gar nicht beim Lernen.

Heike

Administrator

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Beruf: Mama, Hausfrau, kollektiver Familienkalender, Sekretärin, Gartenhauptbearbeiter, Katzenbändigerin

5

Montag, 19. Oktober 2009, 10:57

hi,

ich habe vor ein paar wochen das buch "warum kinder zu tyrannen werden" von michael winterhoff gelesen. während der lektüre des buches gingen mir ganze lichterketten an.

ich hatte es ja glaub ich schon erwähnt.

ich pflichte aus meiner erfahrung heraus erstmal liam zu. wenn du heute als elternteil "streng" bist, dann eckst du bei anderen eltern als "rückständig" an. geht mir hin und wieder so. vor allem in unserer peripher-familie.

auf der anderen seite hat mich eine grundschullehrerin meiner tochter mal regelrecht zum verstummen gebracht. sie hat bei einem elternabend angekündigt, die letzten vier wochen des schuljahres mit den kindern diverse "tolle" projekte zu veranstalten. auf meinen hinweis hin, dass es sinniger wäre und "toller", wenn sie noch mal mit den kindern rechnen und schreiben vertiefen würde, kam als antwort: "wissen sie, ich finde es nicht so wichtig, dass die kinder richtig schreiben können - hauptsache, sie können lesen."

ich war erst mal relativ stumm, so ca. 3 minuten lang, was für meine verhältnisse recht lange ist.

nach drei minuten aber erklärte ich ihr, dass ich aus der erfahrung im personal-recruiting heraus weiß, dass eine bewerbung voller rechtsschreibfehler ein knock-out-kriterium für jeden stellensuchenden sein wird.

darauf sagte sie dann nichts mehr. die projektwochen fanden aber trotzdem statt. gelernt haben die kinder dabei ehrlich gesagt - nichts. meine tochter wußte drei wochen später nicht mal mehr, was sie in den vier wochen überhaupt gemacht hatten.

ebenso fand ich in der grundschule saublöd, dass die kids sich alle vier wochen neue banknachbarn suchen durften. alle vier wochen gab es hickhack, von wegen: "die freundin a. ist aber blöd, die will jetzt neben d. sitzen und c. ist auch blöd, weil die sitzt bei f. und und und ..." ... drei tage jeden monat, in denen kaum etwas an schulstoff dran kam, weil ja erstmal "darüber geredet werden müsse, wie sehr es der klassengemeinschaft schadet, wenn man seinen schulkollegen ankreidet, dass sie nicht bei einem sitzen wollen."

aaaaaaaaargh ...

als ich noch zur schule ging, da haben die lehrer bestimmt, wer wo sitzt. und die sitzordnung galt das ganze jahr. wir wären nicht mal auf die idee gekommen, da irgendein gespräch drüber führen zu wollen.

die grund- und hauptschule bei uns am ort ist insgesamt eine katastrophe. ich kenne andere schulen und habe einige lehrer im freundeskreis, die sind anders. die sind engagiert und die bemühen sich und die sind lehrer, und keine spielkameraden.

aber das, was ich hier an der schule erlebt habe, hat meinen (eh auf wackeligen füßen stehenden) glauben ins bildungssystem doch recht gewaltig ins wanken gebracht.

gruß,

heike
GOTT kommt nicht, wenn wir es möchten, aber ER kommt rechtzeitig.
Tennessee Williams (1914-83)

liam

unregistriert

6

Montag, 19. Oktober 2009, 11:43

Kann ich so ziemlich alles bestätigen, was Du schreibst, Heike.

Was Lehrer heute "lernen" hat zum Teil wirklkich wenig Bezug zur schulischen Wirklichkeit. Meine Frau bekam letztes Schuljahr eine Vorführstunde einer der Referendarinnen an ihre Schule mit. Diese hatte sich unheimlich verrückt gemacht und sich wochenlang auf diese Prüfung vorbereitet. Der Ansicht meiner Frau nach hat sie eine gute Stunde "hingelegt". So hat sie - es ging, glaube ich, um Heimat- und Sachkunde - auch darauf geachtet, dass die Kinder falsch geschriebene Wörter sogleich korigierten, getreu dem Motto: Jede Schulstunde ist auch eine Deutschstunde. Genau das wurde ihr nach der Stunde sehr negativ angkreidet, ihre Note fiel nicht gut aus.

So lange Leute für solche Ausbildung und Prüfungen zuständig sind, die ihre Lehrtätigkeit überwiegend am Bürotisch ausüben, kann auch aus der Ausbildung der Lehrer nichts Vernünftiges werden. Schule ist immer wieder Experimentierfeld der unteschiedlichesten "xxlogen" gewesen. Was ich gelernt habe, habe ich auf die ale "Frontalunterrichtsweise" gelernt - der Lehrer sprach und ich musste zuhören und aufpassen. Es mag bessere Konzepte geben - die sind bei uns mit dem knappen Personalstand jedoch nicht durchführbar, weil dazu mehr, als ein Lehrer je Klasse notwendig wäre sowie kleinere Klassengruppen. Solange jedoch die Politik - ganz gleich welcher Partei - nur von Bildungsverbesserung spricht, aber nicht entsprechend handelt, wird sich daran nicht viel ändern.

Nimmt man die Unfähigkeit einer zunehmenden Anzahl von Eltern hinzu, ihren Kindern selbst auch Vorbild zu sein und sie ehrlich zu motivieren, braucht man nur wenig Phantasie, sich auszumalen, wohin das führt.

ralf-fennig

Administrator

Beiträge: 2 217

Wohnort: 49424 Goldenstedt

Beruf: Altenpfleger - Frührentner

7

Montag, 19. Oktober 2009, 14:58

Wir sind uns ja einiger als ich gedacht hätte...
Was das Alter anging: Unsere beiden Pappenheimer waren beide im "normalen" Bereich. Sie sind beide Anfang dieses Jahres 16 geworden. Und wie gesagt: Intelligenzmäßig durchaus für den Realschulabschluss geeignet. Ja, ich sehe dieselben Probleme wie ihr. Auch ich habe immer wieder mit Eltern zu tun die mir sagen (wenn ich mit einer "Beschwerde" zu ihnen gehe) "Sie haben doch gelernt Jugendgruppen zu leiten - wir können uns da nicht einmischen, reden Sie doch mit ihm wenn was nicht klappt!" und die (wenn man denn mal Klartext mit den Jungs redet) empört sind wie man so streng sein kann.
Das was liam über die Lehrerausbildung berichtet hat erklärt viel von dem, was mich an großen Teilen der Lehrerschaft ärgert.

Schule ist für mich ein Ort der Wissensvermittlung. Kein Ort für tagelange gruppendynamische Spielchen oder blödsinnige Projektaktionen deren Lerninhalt sich auf einer Visitenkarte notieren lässt. Ach, ich bin schon ziemlich sauer auf unser Bildungssystem.

Discordier

unregistriert

8

Montag, 19. Oktober 2009, 15:23

Zitat

auch darauf geachtet, dass die Kinder falsch geschriebene Wörter sogleich korigierten, getreu dem Motto: Jede Schulstunde ist auch eine Deutschstunde. Genau das wurde ihr nach der Stunde sehr negativ angkreidet, ihre Note fiel nicht gut aus.
Sowas kann ich auch bei meinem kleinen Bruder beobachten (5.kl Realschule), bei dem man zum Teil allein von der Zahl der Fehler auf das Unterrichtsfach schliessen kann.
Während er in Deutsch zwar immer noch mindestens ca einen Rechtschreibfehler pro Satz einbaut liegt die Quote bei anderen Fächern dann meistens bei 1-2 Fehlern pro Satz.
Und wenn ich ihm dann sage er solle das bitte korregieren meint er das müsse er nicht, der Lehrer verlange das nicht.

liam

unregistriert

9

Montag, 19. Oktober 2009, 17:05

Zitat von »"ralf-fennig"«

Das was liam über die Lehrerausbildung berichtet hat erklärt viel von dem, was mich an großen Teilen der Lehrerschaft ärgert.
Dazu muss man wissen, dass das, was die jungen Lehrer bei"gebogen" bekommen, sich, wenn sie denn in die Praxis übernommen werden, bald relativiert. Viele Methoden haben in der Praxis keinen Bestand - mancher Jungelehrer merkt es früher, mancher später. Eine wenige allerings auch nie.

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