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Wohnort: Stuttgart

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Samstag, 24. Oktober 2015, 11:12

Fluch oder Segen

Die Bibel berichtet uns von vielen Menschen, die in ihren Hoffnungen und Erwartungen bitter enttäuscht wurden. Denken wir nur an Lea, die Tochter Labans, die ihr Leben lang im Schatten ihrer anmutigen Schwester Rahel stand. Wie verletzt muss sie gewesen sein, als sie am Morgen, nach ihrer Hochzeitsnacht, den Zorn ihres Mannes spürte. Und das, weil er nicht in die Augen seiner heiß geliebten, schönen Rahel blickte, sondern in ihr Gesicht, das so „glanzlos“ war. Jahrelang musste Lea erleben, dass ihr Mann, egal was sie für ihn tat und wie viele Kinder sie ihm schenkte, nur Augen für ihre Schwester hatte (1.Mose 29,17-25.30-33).

Auch Josef musste viele Enttäuschungen hinnehmen, bevor er zum zweiten Mann in Ägypten aufsteigen durfte. Seine Brüder beneideten ihn so sehr, dass sie ihn umbringen wollten. Danach folgten die bitteren Jahre, die Josef als Sklave in Ägypten erlebte, schließlich die falschen Anschuldigungen, die Potifars Frau gegen ihn erhob und die ihn schließlich sogar ins Gefängnis brachten. Und auch dort wurde er enttäuscht, weil ihn der Mundschenk des Pharaos, dessen Traum Josef gedeutet hatte, schnell wieder vergessen hatte.

Die Enttäuschungen, die David erlebte, währten viele Jahre: Zunächst war er von seiner eigenen Familie vergessen worden, als Samuel, der Prophet Gottes, Isais und seine Söhne zu einem besonderen Gottesdienst geladen hatte (1.Sam.16,4-11). Auch die schroffe Abfuhr seines Bruders Eliab muss David verletzt haben, als er ins Lager kam und sich, auf Geheiß seines Vaters, nach dem Wohlergehen seiner Brüder erkundigen wollte (1.Sam.17,17-18+28). Wie groß aber war seine Enttäuschung, als ihn Saul, der König Israels, plötzlich verdächtigte, ihn vom Thron stoßen zu wollen? Hatte er diesem Mann nicht mit seiner Musik viele Stunden gedient? Hatte er nicht alles getan, um dessen düstere Gedanken zu vertreiben? Wie nur konnte sich Saul gegen ihn stellen und den Spieß nach ihm werfen (1.Sam.16,21-23; 19,9-11)?
Am Ende musste David fliehen, und es gab keinen Ort, an dem er sich sicher fühlen konnte. Als dann auch noch die Amalekiter ins Land einfielen und die Stadt, in der sich David mit seinen Männern versteckt hatte, in Schutt und Asche legten und alle gefangen wegführten, auch die Frauen und Kinder seiner Männer, da wendete sich der Zorn aller gegen David, sodass sie ihn steinigen wollten. In diesem Moment stand David völlig allein da!

Wenn wir die Briefe lesen, die der Apostel Paulus schrieb, erkennen wir, dass auch er bittere Enttäuschung erfahren musste. So wollte ihn die Gemeinde in Jerusalem nicht aufnehmen, obwohl er ein Jünger Jesu geworden war und seinen Erlöser bereits unter Todesgefahr bezeugt hatte (Apg.9,20-27). Enttäuscht war der Apostel auch von Markus, dem Neffen des Barnabas, der sie einige Zeit auf ihrer Missionsreise begleitet hatte, dann aber umgekehrt und nach Hause gegangen war. Auf eine zweite Reise wollte ihn Paulus deshalb nicht mitnehmen (Apg.13,13; 15,37-39).
Während seiner Missionsreisen überbrachte der Diener Christi unzähligen Menschen die Gute Nachricht, wobei er einige sogar mit Tränen ermahnte (Apg.20,19-21.31). Dabei nahm er große Strapazen und Gefahren auf sich, ja, er wurde sogar mehrmals geschlagen und ins Gefängnis geworfen (Apg.14,19; 16,23 2.Kor.11,23-28). Wie muss ihm dann zumute gewesen sein, als er hörte, dass sich Gemeinden, die durch seinen Dienst entstanden waren, von der Gnade Jesu Christi abgewandt hatten und nun Gesetzeslehrern gehorchten (Gal.1,6-7; 4,9-11.17; 5,4)? In Korinth wurde sogar gestritten und gezankt, da gab es Neid, Eifersucht und Parteiungen. Einige redeten sogar verächtlich über Paulus (1.Kor.3,32.Kor.12,20-21; 10,10). Wie tief muss seine Enttäuschung gewesen sein, wenn er solche Nachrichten erhielt?
Enttäuscht war der Apostel auch von Demas, denn er schrieb an Timotheus: „Demas hat mich verlassen und diese Welt lieb gewonnen“. Schließlich berichtete Paulus von Alexander, einem Mann, der ihm viel Böses angetan und heftig widersprochen hatte. Seine größte Enttäuschung aber bestand sicherlich darin, dass ihm, als er vor Gericht stand und sich verteidigen musste, keiner der Brüder beistand. Alle, denen er zuvor gedient hatte, hatten ihn verlassen.

Gottes Wort sagt: „Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom Herrn. Der wird sein wie ein Dornstrauch in der Wüste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre in der Wüste, im unfruchtbaren Land, wo niemand wohnt.“

Enttäuscht werden wir immer dann, wenn wir unser Vertrauen auf Menschen setzen. Lea wurde von ihrem Mann enttäuscht, von dem sie Liebe und Zuneigung erwartete. Josef erlebte Enttäuschungen in seiner Familie, weil ihn seine Brüder beneideten und ihm in ihrer Missgunst kein gutes Wort sagen konnten. David wurde von allen enttäuscht, denen er Gutes getan hatte. Die Enttäuschungen, die der Apostel Paulus erlebte, waren deshalb so bitter, weil sie von Gläubigen ausgingen.

Enttäuschungen können tiefe Wunden hinterlassen. Es kann sogar sein, dass wir uns innerlich verschließen und jedem, der uns zu nahe kommt, misstrauisch begegnen. Dann sind wir zu einem „Dornstrauch“ geworden, der jeden sticht, der ihn berührt!

„Und weicht mit seinem Herzen vom Herrn!“ Da wir nur in eine Richtung blicken können – wenden wir uns, solange wir von Menschen Hilfe erwarten, zwangsläufig vom Herrn weg, der unsere Hilfe sein will! Weil uns aber die Unterstützung, die von Menschen ausgeht, nie zufrieden stellen kann, bleibt immer ein Vakuum zurück, das kein „Fleisch“ ausfüllen kann. Kein menschlicher „Arm“ vermag uns das zu geben, was uns Jesus geben will! Menschliche Zuwendung hat ihre Grenzen, ja, sie wird irgendwann zu einem dünnen Rinnsal in dürrem, unfruchtbarem Land.

Sicher dachte der Mann, der auf seinem Weg nach Jericho unter die Mörder gefallen war, dass ihm der Levit helfen würde, der des Weges kam. Doch der ging vorbei! Als er dann einen Priester erblickte, keimte neue Hoffnung auf. Doch auch der eilte weiter. Warum wollten sie dem Zerschlagenen nicht helfen? Weil sie selbst „beraubt“ worden waren und der Barmherzigkeit ermangelten, die ihr Nächster so dringend brauchte. Warum also erwarten wir von Menschen das, was uns nur der „barmherzige Samariter“ geben kann: herzliche Liebe, Verständnis, Mitgefühl, Erbarmen, Salböl für unsere Wunden und heilende Pflege (Lk.10,30-35)?
Deshalb sagt Gottes Wort: „Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte“ (Jer.17,5-8).

Was tut der „gesegnete“ Mensch, wenn die Dürre naht? Er sieht das Gute, das so nahe ist! Er wendet sein Herz Christus zu! Er erinnert sich, dass er „am Bach“ gepflanzt ist und streckt seine „Wurzeln“ aus, um die belebende Frische des Lebensstromes Jesu Christi zu empfangen. Äußerlich erlebt er nichts anderes, als das, was seine Mitmenschen auch erfahren. Unsichtbar aber trinkt seine Seele von dem Lebensstrom, der in seinem wiedergeborenen Geist quillt (Jh.4,14). So wird er erquickt und neu belebt, sodass seine „Blätter grün“ bleiben und nicht verdorren. Und auch wenn die Dürre ein ganzes Jahr abdauert, braucht er sich nicht zu sorgen, weil der Strom Gottes nie versiegt.

Auch Lea hatte, als sie aufhörte, von ihrem Mann Zuneigung, Liebe und Anerkennung zu erwarten, bei ihrem Gott Zuflucht und Trost gefunden, sodass sie, als sie ihr viertes Kind geboren hatte, den Herrn loben und ihm danken konnte (1.Mose 29,35).
Das war es auch, was Josef 13 Jahre lang nicht verzweifeln ließ. Sogar in den dunkelsten Stunden seines Sklavenlebens wusste er, dass der Herr jeden seiner Schritte sah und seine schützende Hand über ihn hielt (1.Mose 39,3-5.9.21-23). Josef sah nicht zuerst das Böse, das man ihm antat; er sah immer auch das Gute, das der Herr in einem Leben wirkte, sodass er am Ende sagen konnte: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen“ (1.Mose 50,20).
Und was tat David, als ihm alles genommen worden war, er plötzlich allein dastand und sich seine Männer gegen ihn wandte? Wir lesen: „David aber stärkte sich in dem Herrn, seinem Gott“ (1.Sam.30,1-7).
Auch Paulus hatten alle verlassen, als er im Gefängnis saß. Nur einer war treu an seiner Seite geblieben: Jesus, sein Herr. Deshalb schrieb er: „Bei meinem letzten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich … so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen“ (2.Tim.4,10-17; 1,15).

Gottes Wort sagt: „Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.“ Und „Verlasst euch nicht auf Fürsten, sie sind Menschen, die können ja nicht helfen“ (Ps.118,8-9; 146,9). Diese Wahrheit kannte Paulus, denn er schrieb: „Wir rühmen uns Christi Jesu und verlassen uns nicht auf Fleisch“ (Phil.3,3).

Wir rühmen uns unseres Herrn und Retters, denn er ist uns das geworden, was uns kein anderer werden konnte. Er versteht uns besser, als wir es vermögen. Er weiß immer, wie es um uns steht und was uns fehlt. Er gibt uns das, was uns gut tut. Er liebt uns so sehr, dass er sein eigenes Leben für uns hingegeben hat. Er wird uns nie enttäuschen!

Quelle: www.juergen-gewehr.de

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