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Mittwoch, 18. November 2015, 16:49

Heilsgefühl oder Heilsgewissheit? (von W. MacDonald)

Anleitung zur persönlichen Evangelisation

HEILSGEFÜHL ODER HEILSGEWISSHEIT?

Eines der verbreitetsten Probleme, die dem Seelengewinner
begegnen, ist die Schwierigkeit, die so viele Leute mit der
Heilsgewissheit haben. »Wie kann ich wissen, ob ich gerettet
bin?«

Die neue Geburt wird für ein spektakuläres Erlebnis
gehalten, eine emotionale, von mysteriösen Gefühlen begleitete
Erfahrung. Diese Meinung ist weit verbreitet. Da das
menschliche Herz stets nach Zeichen und Wundern Ausschau
hält, überrascht es uns nicht, dass man bei der Bekehrung
Zeichen und Wunder erwartet.

Es stimmt natürlich, dass die Bekehrung in manchen Fällen
ein umwälzendes Ereignis ist und dass sie die Gefühle
ganz durcheinanderschüttelt. So war es bei Saulus von Tarsus.
Jedoch ist es ebenso wahr, dass die Bekehrung bei manchen
ganz leise stattfindet, fast unbemerkt, ohne sensationelle
Erscheinungen.

Wir wollen hier betonen, dass Gott nirgends sagt, dass
wir unseres Heils gewiss sein können, weil wir eine innere
Ekstase erlebt oder weil wir uns im Herzen glücklich gefühlt
haben. So viele, die wirklich an den Herrn Jesus Christus
glauben, sind enttäuscht oder desillusioniert, wenn sie nicht
übernatürliche Zeichen erleben oder spüren. Sie warten auf
etwas, was Gott nicht verheißen hat. Das ist ihr Problem.

Im Gegensatz dazu lehrt die Bibel durchweg, dass Heils-
gewissheit vor allem durch das Wort Gottes kommt. Das
möchten wir illustrieren. Hier ist jemand, der nicht mehr
weiterweiß, er sieht sich als verloren an und hat seine totale
Sündhaftigkeit und Unwürdigkeit zugegeben. Er hat den
Namen des Herrn angerufen, um gerettet zu werden. Jedoch
haben sich seine Gefühle nicht weiter geändert, und er wird
von Zweifeln und Ängsten geplagt.

Das wirft die Frage auf: »Ist diese Person wiedergeboren?«
Die Antwort lautet: »Ja.« Gott sagt in Römer 10,13: »Wer den
Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.«
»Aber wie kann dieser arme, ängstliche Mensch wissen,
dass er gerettet ist?«
»Einfach indem er Gottes Wort glaubt. Gott sagt, dass
alle, die Seinen Namen anrufen, gerettet werden. Dieser
Mann hat das getan. Er sollte deshalb der Verheißung des
Herrn glauben, dass er gerettet ist.«

»Auch wenn seine Gefühle diese Tatsache nicht bestätigen?«
»Ja, trotz seiner Gefühle sollte er glauben, was Gott sagt.«
Wenn die ängstliche Seele einfach aufhören würde, über
ihre Gefühle nachzudenken, so würde sie erkennen, dass es
keine höhere Autorität als Gottes Wort gibt. »In Ewigkeit,
Herr, steht dein Wort fest in den Himmeln« (Ps 119,89). »Die
Summe deines Wortes ist Wahrheit« (Ps 119,160). »Wobei
es unmöglich war, dass Gott lügen sollte …« (Hebr 6,18).

Würde man stattdessen lieber von einem Menschen erfahren,
ob man gerettet ist? Dieser Mensch könnte sich täuschen
oder uns absichtlich täuschen wollen.
Oder würde man lieber durch freudige Gefühle wissen,
dass man gerettet ist? Diese Gefühle könnten sich von Tag
zu Tag ändern.

Aber das unveränderliche, unfehlbare Wort Gottes steht
fest. Es gibt die stärkste Gewissheit, die es überhaupt gibt:
dass alle, die an Christus geglaubt haben, für alle Ewigkeit
gerettet sind. Nichts kann deutlicher sein.

Man erzählt sich, dass Martin Luther einmal gefragt
wurde: »Fühlst du, dass deine Sünden vergeben sind?« Er
antwortete: »Nein, aber ich weiß es so sicher, wie es einen
Gott im Himmel gibt.«

Gefühle kommen, Gefühle geh’n;
Man darf nicht auf sie bau’n.
Nur Gottes Wort bleibt fest besteh’n;
Nur Ihm will ich vertrau’n.

Es ist eigentlich eine direkte Beleidigung Gottes, wenn
jemand sein Vertrauen und seinen Glauben auf den Herrn
Jesus gesetzt hat und dann an seiner Errettung zweifelt. Gott
sagt, dass alle, die auf den Herrn Jesus vertrauen, gerettet
sind. Wenn man Gott nicht glaubt, dann behauptet man,
dass Gott lügt. »Wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner
gemacht« (1Jo 5,10). »Gott aber sei wahrhaftig, jeder Mensch
aber ein Lügner« (Röm 3,4).

Wir haben vorhin bereits gesagt, dass wir nicht durch
freudige Gefühle Heilsgewissheit bekommen. Trotzdem
sollte daraus nicht geschlossen werden, dass die Rettung
nichts mit den Gefühlen zu tun habe oder dass jemand, der
weiß, dass er gerettet ist, sich nicht darüber freuen sollte. Das
stimmt nicht. Wer sein Vertrauen auf den Herrn gesetzt hat,
soll sich wirklich freuen (Ps 5,11).

Aber der wichtige Punkt
dabei ist, dass niemand sich über seine Rettung freuen kann,
solange er nicht weiß, dass er gerettet ist. Und er wird nie
wissen, dass er gerettet ist, solange er nicht dem Zeugnis von
Gottes Wort glaubt.

Wenn ein Gläubiger die Bibel liest und annimmt, so
bezeugt ihm der Heilige Geist, dass er ein Kind Gottes ist
(Röm 8,16; 1Jo 5,10). Wenn ich zum Beispiel Johannes 6,47
lese, so sagt mir der Heilige Geist, dass ich ewiges Leben
habe. Ich habe an Christus geglaubt, und deshalb muss auch
der Rest des Verses zutreffen – ich habe ewiges Leben. Das
füllt mich mit den glücklichsten Gefühlen und dem tiefsten
Frieden, weil ich weiß, dass ich gerettet bin.

Nachdem jemand gerettet wurde, bekommt er noch
andere Beweise des neuen Lebens. Er weiß, dass er vom Tod
ins Leben übergegangen ist, weil er die Brüder liebt (1Jo 3,14).
Er findet, dass er einen anderen Geschmack hat, neue Wünsche
und Ziele. Er hat einen neuen Abscheu vor Sünde und
eine Furcht davor, Gott zu missfallen.

Aber das ist nicht alles sofort bei der Bekehrung deutlich.
Das erste und sofortige Mittel zur Gewissheit ist die
Schrift. Wenn der Seelengewinner mit jemandem zu tun hat,
der von Zweifeln und Furcht geplagt wird, so sollte er dieser
Person die Bibel ans Herz legen.

Als der Herr Jesus vom
Satan versucht wurde, hat Er die Schrift zitiert – und Satan
floh. Wenn also der Feind Zweifel in die Seele des Christen
streut, so sollte man einen Vers zitieren, der zusagt, dass
jeder, der an Christus glaubt, ewiges Leben hat. Damit sagt
der Christ zu Satan: »Gott sagt, dass ich gerettet bin. Es ist
mir egal, was du sagst.«

Manchmal wird der Seelengewinner Menschen treffen,
die es als Zeichen der Demut und Frömmigkeit sehen, wenn
sie an ihrer Rettung zweifeln. Er sollte sie daran erinnern,
dass sie damit die Herrlichkeit von Christi Thron entehren,
weil sie Seiner Verheißung nicht glauben – wenn sie wirklich
Christus angenommen haben.

Wenn jemand krank ist oder alt wird, so zweifelt er oft
an seiner Rettung. Aber das ist eine andere Sache. Der Herr
weiß alles darüber und Seine Verheißungen gelten noch,
auch wenn wir sie in Krankheit oder Alter nicht mehr fassen
können. Seine Verheißungen sind stärker als der zerbrechliche
menschliche Körper und Geist.

Viele Leute erleben die Heilsgewissheit wie eine zweite
Bekehrung. Eine der großen Belohnungen des Seelen-
gewinners ist, wenn er sieht, welch Freude und Friede jene
erleben, die sich auf Gottes Wort verlassen und wissen, dass
ihre Sünden vergeben sind. Das ist mehr wert, als die Welt
anbieten kann.

Der folgende Vers stammt aus dem Gedicht »Die letzten
Worte Samuel Rutherfords«. Rutherford war ein vorbildlicher
Diener Christi, der im 17. Jahrhundert in Schottland
in der Ortschaft Anwoth lebte.

"Wird eine Seel’ aus Anwoth steh’n
Mit mir vor Gottes Thron,
So wird mein Himmel doppelt schön,
bei Dir, Du Gottessohn!"
___

Aus: William MacDonald: … und führte ihn zu Jesus. Eine Anleitung zur
persönlichen Evangelisation, CLV (Christliche Literatur-Verbreitung), 2.
Aufl., Bielefeld 2015. - ISBN ISBN 978-3-89397-408-5

:smile:
Phil. 1,6:
...der in uns angefangen hat das gute Werk, wird es auch vollenden bis an den Tag Christi.
Nietzsche: "Gott ist tot".
Gott: "Nietzsche ist tot!"