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ralf-fennig

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Beruf: Altenpfleger - Frührentner

1

Montag, 29. Februar 2016, 22:57

Heilige Nazis?

Vor Jahren habe ich schon einmal davon gehört - heute Abend bin ich wieder darüber gestolpert. Über den Bericht von Pastor Henry F. Gerecke aus seiner Zeit im Nürnberger Gefängnis während der Hauptkriegsverbrecher-Prozesse.
Natürlich könnte man sich "aufregen" wenn man liest das auch für Fritz Sauckel (er war zwischen 42 und 45 dafür verantwortlich das Reich mit "Fremdarbeitern" zu versorgen - als nicht mehr genug Freiwillige zu bekommen war wurden dann auch einfach Menschen aus Osteuropa entführt) die Gnade Gottes ausreicht - mich berührt das. Ich will es Euch nicht vorenthalten:

Zitat

Am 12. November 1945 nahm Gerecke seine Arbeit auf. Er entschied sich, jeden Gefangenen zunächst einzeln zu besuchen. In der ersten Zelle saß Rudolf Heß. Gerecke reichte ihm die Hand und Heß nahm an. Auf Deutsch fragte ihn Gerecke: „Would you care to attend chapel service on Sunday evening?“ Heß verneinte auf englisch. Also fragte Gerecke ebenfalls auf englisch: „Do you feel you can get along as well without attending as if you did?“, woraufhin dieser antwortete: „I expect to be extremely busy preparing my defense, if I have any praying to do, I’ll do it right here in my cell. I’ll not have to come upstairs to pray to your god.“ In der nächsten Zelle saß Hermann Göring, lesend und eine Meerschaumpfeife rauchend. In dem Gespräch akzeptierte er begeistert, am Gottesdienst teilzunehmen. Später meinte der Gefängnispsychologe gegenüber Gerecke, dass Göring dies nur tat, um für eine Weile aus seiner Zelle zu kommen.

In der dritten Zelle saß Wilhelm Keitel und las die Bibel. Als Gerecke ihn darauf ansprach, antwortete er: „I know from this book that God can love a sinner like me.“ Im folgenden Gespräch erklärte er sich bereit, am Gottesdienst teilzunehmen und bat ihn, seiner Andacht beizuwohnen. Keitel kniete sich neben sein Bett, begann zu beten und gestand viele Sünden. Dann erteilte Gerecke ihm seinen Segen. In der vierten Zelle saß Fritz Sauckel. Er sagte zu, am Gottesdienst teilzunehmen und wollte von Gerecke wissen, wie er sich am besten darauf vorbereiten könne. Admiral Raeder sagte ebenfalls zu, da er bereits vorher von sich aus Interesse daran geäußert hatte. Karl Dönitz war an spirituellen Dingen nicht interessiert, sagte aber zu.

In der nächsten Zelle saß Joachim von Ribbentrop. Er hatte Zweifel am christlichen Glauben, welche er Gerecke auch in den Monaten vor dem Urteilsspruch mitteilte. Ribbentrop lehnte eine Teilnahme am Gottesdienst ab. Der Insasse der nächsten Zelle, Alfred Rosenberg, hatte ebenfalls kein Interesse am Glauben, sagte aber wie Walther Funk und Hans Fritzsche seine Teilnahme am Gottesdienst zu. Baldur von Schirach, Wilhelm Frick und Albert Speer sagten ebenfalls zu, am Sonntag in die Kapelle zu kommen.

Am folgenden Sonntag, dem 18. November 1945, fand der erste Gottesdienst statt. Dafür wurde die Wand zwischen zwei Zellen entfernt, um eine kleine Kapelle mit Orgel aufzubauen. Ein ehemaliger Obersturmbannführer der SS diente als Organist. Von den 15 bereitgestellten Stühlen wurden 13 besetzt, Heß und Rosenberg kamen nicht. Ihre Plätze wurden beim ersten Mal von den Zeugen Albert Kesselring und Hess’ früherem Sekretär belegt. Nach dem Ende des Gottesdienstes wollte Sauckel Gerecke in seiner Zelle sehen, wo sie ein paar Worte wechselten und miteinander beteten. In den darauf folgenden Wochen bekam er seine eigene Bibel und eine Unterweisung im Katechismus. Als Weihnachten 1945 vor der Türe stand, erweiterte sich der Kreis der Kommunikanten um Schellenberg, Fritzsche, von Schirach und Speer. Keitel folgte ebenfalls. Im Sommer 1946 kamen noch Raeder und Ribbentrop hinzu.

Dem nun 53-jährigen Henry Gerecke wurde erlaubt, im Spätsommer 1946 zurück in die Vereinigten Staaten zu seiner Familie zu reisen. Als die Angeklagten davon erfuhren, schrieb Hans Fritzsche am 14. Juni 1946 einen Brief an Frau Gerecke, der nicht nur von den Protestanten, sondern auch von den katholischen Angeklagten sowie Heß und Rosenberg unterschrieben wurde. Der Brief wurde mit einer Übersetzung und einer Erklärung an Gereckes Frau geschickt:

„My dear Mrs. Gerecke,
Your husband, Pastor Gerecke, has been taking religious care of the undersigned … during the Nürnberg trial. He has been doing so for more than half a year. We have now heard, dear Mrs. Gerecke, that you wish to see him back home … we understand this wish very well. Nevertheless we are asking you to put off your wish to gather your family around you. Please consider that we cannot miss your husband now. Our dear Chaplain Gerecke is necessary for us, not only as a pastor, but also as the thoroughly good man that he is. In this stage of the trial it is impossible for any other man than him to break through the walls that have been built up around us, in a spiritual sense even stronger than in a material one. Therefore please leave him with us. We shall be deeply indebted to you. We send our best wishes to you and your family. God be with you.“
Alma Gerecke bat ihren Mann daraufhin zu bleiben.

Urteile und Hinrichtung[Bearbeiten]
Bevor die Richter ihre Urteile verkündeten, organisierten Gerecke und O’Connor Familienbesuche für die Gefangenen. Edda Göring bekannte auf Nachfrage Gereckes, dass sie jede Nacht bete, damit ihr Vater „sein Herz öffne und Jesus hereinlasse“. Rosenbergs 13-jährige Tochter war weniger freundlich, auf die Frage, ob er etwas für sie tun könne, wollte sie von Gerecke lediglich eine Zigarette. Am 1. Oktober 1946 wurden die Urteile gesprochen. Göring, Ribbentrop, Keitel, Frick, Sauckel und Rosenberg wurden zum Tode verurteilt. Von den römisch-katholischen Angeklagten erhielten fünf von sechs die Höchststrafe. Nach der Urteilsverkündung wurden die Gottesdienste aus Sicherheitsgründen eingestellt.

Um etwa 20:30 am Abend vor der Hinrichtung führte Gerecke sein letztes Gespräch mit Göring, bevor dieser am nächsten Morgen als Erster erhängt werden sollte. In diesem Gespräch verlangte Göring die Eucharistie, leugnete jedoch den christlichen Glauben. Als Gerecke ihm dies verweigerte, da er Christus nicht als Heiland anerkenne, meinte er nur: „I’ll take my chances, my own way“. Der Vollstreckung des Urteils entzog er sich dann in derselben Nacht durch Selbsttötung mit einer Zyankali-Giftkapsel. Der Gefängniskommandant Colonel Andrus beauftragte Gerecke den anderen Gefangenen mitzuteilen, was Göring getan hatte.

Um 1 Uhr wurde Ribbentrop als erster geholt. Als er zum Galgen geführt wurde, sagte er Gerecke, er vertraue auf Christus. Nachdem er gefesselt war, wurde er von einem amerikanischen Offizier nach seinen letzten Worten gefragt. Er antwortete: „I place all my confidence in the Lamb who made atonement for my sins. May God have mercy on my soul“, drehte sich zu Gerecke und meinte: „I’ll see you again.“. Dann wurde ihm eine Kapuze über den Kopf gezogen und die Falltüre geöffnet. Die Hinrichtung von Keitel und Sauckel verlief ähnlich. Frick meinte, er sei zu dem Glauben gekommen, dass Christus seine Sünden fortgewaschen hätte. Alfred Rosenberg wurde als letzter der Protestanten hingerichtet. Gerecke fragte, ob er ein Gebet für ihn sprechen solle. Rosenberg lehnte dankend ab.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_F._Gerecke

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Mittwoch, 2. März 2016, 11:15

Gott dem Herrn sei Dank, es kommt bei Ihm eben nicht auf das Ansehen der Person an. Wir kennen ja die Begebenheit am Kreuz. Selbst 5 vor 12 hat jeder die Gelegenheit zur Buße. 5 vor 12 gesehen bedeutet für jeden Menschen kurz vor seinem eigenen Tode, wann dieser Zeitpunkt allerdings ist, weiß keiner so Recht, mal ausgenommen einen Hinrichtungstermin o.ä. Also gilt es: Die Zeit ist kostbar, und sie eilt. Und klein ist die Schar derer, die aufrichtig bekennen: Gott ist mein Herr, denn zur Aufrichtigkeit gehört der Gehorsam. Nur dann arbeitet der HG in diesen und lässt Gottes Werke zu Tage treten, eben zum Lob Gottes, und nicht zu unserem eigenen.
Ja, schmal ist die Tür, und nur wenigen gelingt es.

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