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Jürgen Gewehr

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Dienstag, 6. Juli 2010, 18:10

„Darum fürchten wir uns nicht“ Psalm 46,3

Dieser Psalm entstand nicht im Herzen Davids – es waren die Kinder Korach, die ihn zur Ehre Gottes sangen. Bedenkt man, dass sie die Nachkommen jenes Mannes waren, der in der Rebellion gegen Mose die Führung übernommen hatte und im Gericht Gottes ein schmähliches Ende fand, dann gewinnt dieser Psalm zusätzlich an Bedeutung, denn die Kinder waren ganz offensichtlich nicht dem Irrweg ihres Vaters gefolgt. Sie waren dem Gott Israels treu geblieben.

Es ist durchaus möglich, dass auf dem Lebensweg der Kinder Korach ein Schatten lag und sie einen Makel verspürten, wenn sie sich ihrer Herkunft erinnerten. Doch davon kann man in ihrem Loblied nichts erkennen, denn Gott, der Herr, gewährte ihnen seine Hilfe und seinen uneingeschränkten Beistand, so, wie jedem anderen Israeliten auch. Das zeigt, dass Gott uns nicht das Fehlverhalten unserer Väter oder Mütter zurechnet, wenn wir ihn von ganzem Herzen suchen. Mehr noch: Auch unsere eigenen Unzulänglichkeiten sind für ihn kein Hindernis, ist er doch der „Gott Jakobs“, der auch mit einem Betrüger und „Fersenhalter“ zum Ziel kommen und ihn zu einem „Fürst Gottes“ machen kann. Deshalb bezeugten die Kinder Korach zweimal, wer der Herr ist, auf den sie hofften und wem sie vertrauten: „Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.“

„Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.“
Die Kinder Korach erlebten genau das, was auch wir heute erleben. Wie wunderbar aber, dass sie, anstatt die Nöte zu beschreiben, unter denen sie zu leiden hatten, vielmehr die Hilfe Gottes bezeugten.

„Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen.“
Wir erkennen, wie grenzenlos das Vertrauen war, das die Kinder Korach dem Gott Jakobs entgegenbrachten, denn was kann schlimmer sein als ein Weltuntergang, bei dem die Berge im Meer versinken? Doch es sind zumeist nicht die großen, weltumspannenden Katastrophen, die den Boden unter unseren Füßen ins Wanken bringen. Einen „Weltuntergang“ kann man auch ganz persönlich erleben, dann nämlich, wenn zusammenbricht, was bisher Schutz und Sicherheit geboten hat. Doch auch wenn das Schlimmste passieren sollte, das wir uns vorstellen können – wenn wir den Herrn zu unserem Zufluchtsort erwählen, wird er unsere Stärke sein. Nur wenn wir uns in ihm bergen, werden wir erfahren, dass seine Hilfe größer ist als die Not, in der wir uns gerade befinden. Alles andere wird uns nicht stärken, sondern schwächen.

„Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben.“
Die frühere Lutherübersetzung lautete: „Der Strom mit seinen Bächen erfreut die Stadt Gottes, die heiligen Wohnungen des Höchsten.“

Die Hilfe Gottes, die die Kinder Korach in ihrem Loblied besangen, war zu ihrer Zeit untrennbar mit Jerusalem verknüpft – der Stadt Gottes. Hier stand der Tempel, den der Höchste zu seiner Wohnstätte erwählt hatte. Hier floss auch der Strom, hier waren die Brunnen, die die Stadt mit kostbarem Nass versorgten und alle Bewohner erfreuten. Doch all das, worauf sich die Hoffnung der Kinder Korach gründete, was ihnen Zuversicht gab und sie stärkte, lag außerhalb von ihnen – es war nicht ein Teil ihres inneren Seins. Diese kostbare Erfahrung ist einzig uns, den Teilhabern des Neuen Bundes – den Gläubigen in Christus – vorbehalten. Sind wir uns dieses Vorrechts bewusst?

Wir sind nicht mutiger oder leidensfähiger als andere Menschen. Nein! Der Unterschied liegt nicht bei uns! Es ist der Strom Gottes – das überfließende Leben Jesu Christi – das uns zu anderen Menschen macht und uns hilft, Stärke anzuziehen. Dieser Strom der Gnade ändert alles! Er versorgt uns mit allem, was Gott uns zugedacht hat – zu jeder Zeit und an jedem Ort. Er bringt uns Freude und Erquickung. Der Strom Gottes fließt heute nicht in einer fernen Stadt – er fließt in uns! Deshalb verzagen wir nicht!

Wie nah uns Jesus ist und was er uns sein will, beschreiben die nächsten Verse des 46. Psalms: „Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben.“ Gott, der Herr, hilft uns nicht nur, indem er uns in der Not beisteht und stärkt. Er selbst wohnt in uns! Der Höchste lebt in unserem Geist! Wir, die wir durch den Glauben an Christus in ihn hineinversetzt wurden, sind heute die Wohnungen Gottes, denn der Herr hat seinen Jüngern verheißen: „Ich komme zu euch ... ich lebe und ihr sollt auch leben ... ihr in mir und ich in euch ... wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung machen.“

„Gott hilft ihr früh am Morgen.“
Gottes Hilfe erfolgt nicht einmalig und reicht dann für die nächsten Wochen. Nein! Sie ist, wie seine Barmherzigkeit, „alle Morgen neu“. Demnach bietet uns Gott seine Hilfe bereits frühmorgens an – noch bevor uns die Nöte des Tages erschrecken. Und sie wird stets dem Bedarf jedes einzelnen Tages entsprechen.

Warum also wanken wir nicht? Warum bleiben wir fest? Weil der Höchste in uns wohnt; weil uns die Gnade und Lebensausteilung Jesu Christi erreicht und froh macht – „allewege“ – immer und überall.

„Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will der Höchste sein unter den Heiden, der Höchste auf Erden. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.“
Werde stille vor deinem Gott und erkenne, wie nah dir der Höchste ist. Er wohnt in dir. Du bist seine Wohnstätte. Der Brunnen des Wassers des Lebens ist in deinem wiedergeborenen Geist. Rufe den Namen Jesu an und trinke vom Strom seiner Wonne. Labe dich am Lebensquell. Erfahre, was dir Gottes Wort verheißt: „Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen.“ Der, der in dir lebt, ist größer als der, der in der Welt Zerstörung anrichtet. Lass den Herrn deine Zuversicht und deine Stärke sein! Vertraue ihm, dass er dich auch in Zeiten größter Nöte zu bewahren und zu versorgen weiß.

Dieser Trost und diese Wahrheit erfreuen und festigen die Stadt Gottes – die Gemeinde Jesu. Immer dann, wenn du Jesus Christus, den Herrn, erhebst, hoch über jede Not, und bekennst, dass er der Höchste ist, wirst du zu einem „Brünnlein“, durch das die Gemeinde Jesu mit kostbarem Lebenswasser versorgt wird. Wer an Jesus glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

So ist das Lied der Kinder Korach nunmehr unser Lied geworden. Denn was sie einst besangen, können wir heute erfahren.

4.Mose 16,1-35; 1.Mose 25,26; 27,35-36; 32,27-30; Joh.14,18-20+23; Klagelieder 3,22-23; Phil.4,4; Jes.12,3; 1.Joh.4,4; Joh.4,14; 7,38-39

Quelle: juergen-gewehr.de