Donnerstag, 23. November 2017, 16:08 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Forum der Gemeinschaft bekennender Christen im Netz. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Morgenrot

unregistriert

1

Sonntag, 15. Mai 2011, 09:11

Predigt zum 3. Sonntag nach Ostern - "Jubilate"

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Jubilate.
Der Wochenspruch für diese Woche lautet: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
Mit diesem Thema beschäftigt sich auch der heutige Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Johannesevangelium, Kapitel 16, die Verse 16 und 20-23a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:
Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. Eine Frau, wenn sie gebiert, so hat sie Schmerzen, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. An dem Tage werdet ihr mich nichts fragen.

Liebe Gemeinde,

unser Wochenspruch berichtet uns von den Gegensätzen der alten und der neuen Kreatur. Genau damit beschäftigt sich etwas ausführlicher auch unser Predigttext. Wie schaut sie denn eigentlich aus die „alte“ und die „neue“ Kreatur ? Darüber wollen wir am heutigen Sonntag gemeinsam nachdenken.

1. Der Weltmensch und Jesus

Natürlich sind auch wir als Jesusjünger Weltmenschen. Ein Vorurteil, welches uns ja immer wieder begegnet ist dies, dass wir eben nicht mehr in die Welt hineinpassen. Gerade wir passen in die Welt hinein. Eine Welt, die von Machthunger, Korruption und Lüge regiert wird braucht gerade uns Christen, die offen bekennen und zur Schau tragen, dass es auch anders geht. Insofern sind wir natürlich auch Weltmenschen.
In unserem heutigen Zusammenhang meine ich mit Weltmensch aber einen Typus Mensch, der sein Heil nicht in Christus, sondern in der Welt sucht. Der Weltmensch, so lesen wir es in unserem heutigen Predigttext, freut sich, wenn er nichts mit Christus zu tun hat. Kein Wunder, ist doch keiner mehr da, der an die Tür seines Gewissens klopft um zu zeigen, dass etwas gewaltig falsch läuft in seinem Leben.
Wenn ich keinen mehr habe, der mich den rechten Weg lehrt, dann bin ich ganz allein auf mich gestellt. Dann kann ich nach Herzenslust tun und lassen, was mir gefällt. Hauptsache, mir geht es gut. Es ist schließlich alles richtig, was mir gut tut. Auch wenn dabei andere Menschen zu Schaden kommen. Hauptsache ich erleide keinen Schaden. Und in diese Welt passt natürlich kein Christus hinein.
Im Grunde weiß man natürlich schon, dass das nicht alles so ganz richtig ist, was man veranstaltet, aber wenn das Gewissen wieder einmal anklopft, dann wird es nach allen Regeln der Kunst betäubt. Mit Spaß, Freude und deftigen antichristliche Parolen versucht man, sich Jesus vom Leibe zu halten. Und das klappt auch. Jesus weiß schließlich, was sich gehört. Wo Er anklopft und nicht eingeladen wird, da zieht Er natürlich unverrichteter Dinge
weiter.

Und doch ist diese Freude keine Freude von langer Dauer. Spätestens bei unserem Ableben ist dann „Schluss mit lustig“. Aber bis dahin ist ja noch lange Zeit. Also wird erst mal weiter so gelebt, wie man es gewohnt ist.

2. Der Christ und Jesus

Um es gleich vorweg zu sagen. Jeder Christ wurde als Weltmensch geboren. Es ist noch kein Heiliger auf die Welt gekommen. Was ist also passiert mit dem einstigen Weltmenschen ? Auch an die Türe seines Herzens hat der Herr Jesus angeklopft. Nur hat der Christ dieses Klopfen damit beantwortet, dass er Jesus die Tür geöffnet hat.
Jetzt lesen wir in unserem Predigttext etwas darüber, dass der Christ traurig sein wird, klagen und weinen wird. Das, liebe Gemeinde, geschieht doch jedem Christen eine kleine Weile lang. In dem Moment wo wir den Herrn Jesus in unser Herz hineinlassen, räumt Er erst einmal mit dem ganzen Dreck und Unrat in unserem Leben auf. Und das kann schon einmal schmerzhaft sein. Es ist schmerzhaft, wenn ich erkenne, was alles falsch gelaufen ist in meinem Leben. Es ist nicht gerade erbauend, wenn ich erkenne, wo ich hätte helfen können, dieses aber nicht getan habe. Und es ist ganz bestimmt alles andere als erquickend wenn ich erkenne, wie vielen Menschen auch durch mein Mitwirken oder Unterlassen Schaden zugefügt worden ist.
Nur stehe ich als Christ unter der Gnade unseres Herrn. All das, was in meinem Leben falsch gelaufen ist, kann ich IHM übergeben und IHN bitten, dies alles zu vergeben. In dem Moment, wo wir unser Leben dem Herrn übergeben, erleben wir eine Generalamnestie, die all unsere Sünden erfasst. Keine Sünde, und sei sie noch so schlimm, ist von dieser Amnestie ausgenommen.
Warum nicht gleich so ? Warum muss zunächst die Erkenntnis der Sünde kommen und nicht gleich die Erlösung ? Ich glaube, wir können die Erlösungstat des Herrn Jesus für unser eigenes Leben nur dann richtig verstehen und dankbar annehmen, wenn wir auch erkennen, was für persönliche Sünden Er uns vergibt. Erst dann, wenn ich realisiere, welchen Schuldenberg ich mit mir herumgeschleppt habe, erst dann kann ich die mir widerfahrene Gnade auch entsprechend würdigen.
Deshalb klappt das mit dem Gutmenschen und seinen guten Werken und der damit verbundenen Selbsterlösung auch nicht. Jeder Mensch, und sei er noch so edel und wohlgefällig, schleppt bis zu seiner Bekehrung einen irrsinnigen Sündenberg mit sich herum. Vielfach spürt er dies auch. Um dem abzuhelfen setzt er sich noch mehr wohltätig ein. Am Ende ist er total ausgebrannt, aber immer noch beladen mit ungetilgter Schuld. Gerade wenn wir an dieses Gegenteil denken, können wir die Größe der Gnade und die Barmherzigkeit unseres Herrn erst richtig einordnen.

3. Wer zuletzt lacht, lacht am besten


Gerade für uns Christen trifft dieser Spruch in besonderem Maße zu. Wenn unser Predigttext lautet: „Und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“ dann trifft dies genau zu.
Wenn der Christenmensch die Vergebung für all seine Sünden erlangt hat, dann ist er endgültig frei. Er schleppt keine Altlasten mehr mit sich herum. Er ist tatsächlich eine vor Gott neue Kreatur geworden. Jetzt darf er in der Tat die Leichtigkeit des Seins selber am eigenen Leibe spüren und tagtäglich neu erleben.
Mit dieser Freiheit geht es einher, nichts mehr zu müssen, aber alles zu dürfen. Im Herrscherhaus unseres Vaters im Himmel gibt es keine Zwänge. Und diese Grundeinstellung legt uns unser Herr bei unserer Bekehrung mit in unser Herz hinein. Wenn ein Christ sozial oder caritativ tätig wird, dann nicht, um seinen Schuldenberg der Sünde los zu werden, oder gar sich den Himmel verdienen zu wollen. Nein, wenn ein Christ gute Werke verrichtet, dann deshalb, weil ihn der Herr dazu anregt. Er kann also gar nicht mehr anders und vor allem er will auch gar nicht mehr anders.
Natürlich sind wir für unser Leben auch weiterhin verantwortlich. Wir sollen unseren Lebensunterhalt natürlich selber verdienen, so uns dies möglich ist. Unsere Aufgabe als Christen ist es nicht, die Hände in den Schoß zu legen und den Herrn mal wirken zu lassen. Wir stehen als Christen genau so in der Welt wie der Weltmensch. Aber wir haben eine letzte Instanz, die uns immer dann weiterhilft, wenn wir nicht mehr weiter können. Wir haben eine letzte Instanz, die uns immer hilft, wenn es z.B. darum geht, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Und wir haben als Christen eine letzte Instanz, die uns gewiss macht, dass mit diesem Leben auf Erden eben nicht alles aus ist. Wir müssen eben nicht alles aus dieser Welt an Spaß und Fun herauskitzeln was gerade eben noch möglich ist, weil wir ja irgendwann in einer Holzkiste verrotten. Nein, wir dürfen hoffnungsvoll auf unseren Herrn schauen und gewiss sein, dass wir vom Tode zum Leben durchgedrungen sind. Wenn dies kein Grund zu ewiger Freude ist. Und wie gesagt: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.
Als Christen leben wir mit unserem Körper zwar auf der Erde, aber mit unserem Herzen schon ein Stück weit in der Ewigkeit. Ein bekannter Evangelist sagte einmal, der Christ lebt bereits mit einem Bein im Himmel. Gerade dessen war sich wohl auch schon Paul Gerhardt gewiss als er das Lied „Du meine Seele singe...“ dichtete, dessen erster Vers sehr schön lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.


Der Herr ziehe bei Dir ein und vertreibe alle Deine Traurigkeit
Der Herr ziehe in Dein Herz ein und erfülle es mit SEINER unendlichen Freude
Der Herr lasse diese Freude auf Ewigkeit in Dir wohnen und Dein Leben bestimmen

Amen.


Danke an epredigt.de